Steimke l Am 18. Mai 2019 hatte sich in Steimke eine Bürgerinitiative (BI) gegründet. Ihr Ziel war und ist es, dass ein durchgehender Radweg von Kunrau über Steimke nach Brome entsteht. Begründet wurde dieses Ansinnen mit dem immer stärker werdenden Verkehr, der das Radfahren zum Risiko mache. Und zwar vor allem für Kinder, die in Kunrau die Grundschule besuchen – oder auch für Senioren, die ganz gern zum Einkaufen nach Brome radeln.

Um ihren Wunsch nach einem Radweg zu untermauern, setzte die BI im Sommer 2019 eine Unterschriftenaktion in Gang, die von mehr als 700 Menschen unterstützt wurde.

Dieses Engagement ließ auch Landrat Michael Ziche aufhorchen, der am 23. September 2019 persönlich in Steimke vorbeischaute, um sich die Argumente für einen Radweg anzuhören. Bei der Gelegenheit konnte ihm BI-Sprecher Frank Kraskowski das Bündel mit den Unterschriften überreichen.

Gesund, aber gefährlich

Außerdem wurde dem Landrat erklärt, dass die Kreisstraße zwischen Kunrau und der niedersächsischen Landesgrenze von Autos und Lkw derart frequentiert werde, dass die Sicherheit für Radfahrer nicht mehr gegeben sei. Dabei locke Kunrau mit Schloss, Freibad und Bäcker; Brome habe Ärzte, Apotheken, Tankstelle und Supermärkte zu bieten. Radfahren, so hieß es von der BI, sei eigentlich gesund, könne zwischen Kunrau, Steimke und Brome aber lebensgefährlich sein.

Zumindest für den Radweg nach Brome sah der Landrat bei dem damaligen Termin recht gute Chancen. Schließlich stellte das Land zu jener Zeit noch weitere Mittel in Aussicht.

Kosten: 307 000 Euro

Mittlerweile ist jedoch klar, dass es diese Förderung nicht geben wird. Am Vorhaben, den Radweg bis zur Landesgrenze in Richtung Brome zu bauen, hält der Kreis dennoch fest.

In diesem Jahr, so teilt Inka Ludwig von der Pressestelle auf Anfrage der Volksstimme mit, solle die Grundlagenermittlung für die Planung erfolgen. „Dazu zählen unter anderem die Entwurfsvermessung und die Baugrunduntersuchung.“ 2022 solle dann die konkrete Planung durchgeführt werden. „Die Ausschreibung der Bauleistung wird vermutlich ebenfalls im Jahr 2022 stattfinden“, lässt Inka Ludwig wissen. Ob dann 2022 auch gebaut wird, geht aus ihrem Schreiben allerdings nicht hervor. Die geschätzten Kosten für den Radweg nach Brome beziffert Inka Ludwig auf 307 000 Euro. „Eine Förderung gibt es zurzeit nicht“, betont die Pressesprecherin. Folglich müsse der Kreis die Maßnahme allein finanzieren.

Spannend dürfte noch werden, wie sich der Landkreis Gifhorn verhält. Denn der Radweg nach Brome wird an der Landesgrenze enden. Bis zum Anschluss an den Radweg in Höhe des Bromer Sportplatzes sind es dann noch rund 500 Meter. Zuletzt hatten die Niedersachsen zwar Gesprächsbereitschaft signalisiert, aber auch deutlich gemacht, dass der Lückenschluss keine Priorität habe.

Trotzdem: Mit einem Radweg bis zur Landesstraße hätten die Steimker viel gewonnen. Ob aus dem erwünschten Radweg nach Kunrau in naher Zukunft ebenfalls etwas wird, bleibt indes abzuwarten. Denn ohne Fördermittel dürfte es für den Kreis schwierig werden, die geschätzten Baukosten von mehr als einer Million Euro aufzubringen.