Beetzendorf l Gerade mal etwas mehr als zehn Jahre ist es her, da lag der traditionsreiche Imkerverein Eintracht 1886 Beetzendorf und Umgebung so gut wie am Boden. „Wir hatten nur noch zwölf Mitglieder, unser Tiefststand“, erinnert sich Vorsitzender Günter Schröder. Doch seitdem geht es mit den Bienenfreunden wieder rasant aufwärts. Besonders jüngere Leute, darunter auch einige Frauen, haben das Imkerhobby für sich entdeckt und sind dem Verein beigetreten.

„Inzwischen haben wir 43 Mitglieder. Vor allem die Verjüngung ist erfreulich, wobei wir auch in Zukunft von den Erfahrungen der langjährigen Imker lernen sollten“, so Schröder, der während der jüngsten Jahreshauptversammlung mit dem Salzwedeler Harald Ehrecke einen weiteren Neuzugang verkünden konnte. Jetzt komme es darauf an, dass auch im Vereinsvorstand jüngere Mitglieder Verantwortung übernehmen. Die Neuwahl im nächsten Jahr sei dazu eine gute Gelegenheit.

Wer sich die Altersstruktur des Imkervereins ansieht, wird allerdings feststellen, dass vor allem die ganz Jungen fehlen. „Bis 18 Jahre haben wir gar kein Mitglied, von 19 bis 40 Jahren ganze vier. Unser Jüngster ist Aaron Kluge aus Hagen mit 19 Jahren“, berichtet Vorstandsmitglied Volker Gäde.

Jüngster Imker ist 19, die ältesten 87 Jahre

Stärkste Altersgruppe sind die 40- bis 60-Jährigen mit 13, gefolgt von den 60- bis 70-Jährigen mit 11 Mitgliedern. 8 Bienenfreunde sind zwischen 70 und 80 Jahre alt, weitere 6 haben das 80. Lebensjahr bereits überschritten. Die ältesten Mitglieder sind Heinrich Böwing aus Jübar und Hans-Joachim Klopp aus Wendischbrome mit 87 Jahren. Böwing hält dem Verein auch so lange wie kein anderer die Treue – seit 1948. Nur ein Jahr kürzer ist der Ristedter Helmut Paasche bei den Beetzendorfer Imkern organisiert. Und doch hat sich die Verjüngung bemerkbar gemacht. „Heute sind nur noch neun Mitglieder dabei, die schon vor 2000 im Verein waren“, stellt Volker Gäde fest.

Mit dem Mitgliederwachstum stieg auch die Zahl der von den Imkern betreuten Bienenvölker. Waren es 2009 noch 89, so sind es heute 202. Doch die Statistik täuscht. Schließlich hat jeder Imker derzeit im Schnitt gerade mal 5,2 Völker. „2009 waren es sechs. Wir halten also pro Vereinsmitglied im Schnitt weniger Bienen als vor zehn Jahren“, konstatiert Gäde. Hier gebe es Nachholbedarf. Insgesamt sei die Entwicklung des Vereins aber sehr zufriedenstellend.

Museumsbienenstand soll in den neuen Pfarrgar

Für das neue Jahr haben sich die Beetzendorfer Imker allerhand vorgenommen. So soll die Zusammenarbeit mit dem Diesdorfer Freilichtmuseum, wo ein eigener Bienenstand betreut wird, fortgesetzt werden. „Wir brauchen aber jemanden, der die Völker regelmäßig bewirtschaftet und idealerweise aus der näheren Umgebung kommt“, erklärt Günter Schröder. Den eigenen Honig können die Bienenfreunde bei den verschiedenen Veranstaltungen des Museums anbieten, etwa beim Tag der Imkerei, der am 30. Juni zusammen mit einem Gartentag begangen werden soll.

Für den Bienenstand im Museum, in dem derzeit zwei Völker in Hinterbehandlungsbeuten untergebracht sind, wird ein neuer Standort benötigt. „Er wird wahrscheinlich weiter in Richtung Teich versetzt“, kündigt Günter Schröder an. Nach der Umsetzung der Klein Chüdener Fachwerkkirche entsteht dort ein historischer Pfarrgarten. „Und da passt der Bienenstand gut rein“, so der Imkerchef.

Präsentation von Wachsprodukten geplant

Neben bewährten Veranstaltungen und dem vereinsinternen Honigwettbewerb soll auch Neues ausprobiert werden. So planen die Bienenfreunde zur Frühjahrsversammlung eine Wachs- und Imkereipräsentation. „Alles was aus Wachs gefertigt ist, von Blöcken über Figuren und Basteleien zur Imkerei kann hier ausgestellt werden“, blickt Günter Schröder voraus. Fortgesetzt werden soll auch die Imker-Arbeitsgemeinschaft an der Apenburger Grundschule, an der wieder sechs Mädchen und Jungen der vierten Klasse teilnehmen. Zudem ist geplant, eine Auszeichnung für herausragende Imker des Vereins zu schaffen.