Klötze l „Vielleicht werden wir künftig von einer Regen- und einer Trockenzeit sprechen“, mutmaßte der Leiter des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark, Helmut Jachalke, als er die Hunderten von Gästen begrüßte, die Sonntagvormittag zum Forsthaus Zartau zum Tag des Waldes gekommen waren. Dieser wurde zum 15. Mal ausgerichtet und begann, nachdem traditionell ein Baum gepflanzt worden war.

Als Ersatz für die im Sommer 2018 trocken gefallene alte Buche durfte Dr. Gerhard Schnüber als Vertreter derer, die den Waldtag jedes Jahr mit Informationsständen und Angeboten unterstützen, eine Esskastanie pflanzen. „Die Esskastanie ist trockenheitsliebend“, erklärte Jachalke, und werde mit den von den Klimaexperten prophezeiten veränderten Bedingungen gut zurechtkommen, da sie mit wenig Wasser auskommen würde.

Dass das Klima im Wandel ist, belegte der Forstamtsleiter mit beeindruckenden Zahlen. Hätte im vergangenen Jahr an keinem einzigen Tag die höchste Waldbrandwarnstufe ausgelöst werden müssen, war das in diesem heißen Sommer an 90 Tagen der Fall. Die Folge seien Hitze- und Dürreschäden, ein starker Borkenkäferbefall und extrem erhöhte Waldbrandgefahr.

Aus diesem Grund waren die freiwilligen Feuerwehren aus Klötze und Dähre mit ihren Technikausstellungen besondere Partner des Waldtages. „Wir müssen uns waldschutztechnisch darauf einstellen, dass es zunehmend zu Waldbränden kommen kann“, so Jachalke. Da sei es wichtig, dass die Feuerwehren entsprechend ausgestattet sind. Dazu gehöre unter anderem eine mobile Wasserentnahmestelle, wie sie die Feuerwehr aus Dähre bereits hat und die am Waldtag bestaunt werden konnte. „Kann man da baden“, fragte ein Junge seinen Papa, als er vermutete, dass der Faltbehälter mit 10.000 Liter Wasser ein Schwimmbecken ist.

Apropos Fragen: Die konnten an den Infoständen reichlich gestellt werden. Bei Dr. Gerhard Schnüber und der Pilz­ausstellung hieß es nicht nur einmal: „Kann man die wirklich essen?“ Ja, hieß es vom Experten in den meisten Fällen. Beispielsweise sei die Tomatentrompete „ein wunderbarer Würzpilz, ähnlich den Pfifferlingen“.

200 Bockwürste und frischer Blechkuchen

Ob sie denn schon mal Wölfe gesehen hätten, wollten die Gäste hingegen von den Vertretern des Wolfskompetenzzentrums Iden wissen. „Schaffen Sie, genau ein Kilogramm vom Stamm abzusägen?“, war dagegen die Frage des Forstamtes an die Besucher. Und die Frage: „Habt ihr ‘ne Kelle Suppe für mich?“, konnte die Küchenmannschaft der Klötzer Ortswehr mit Ja beantworten. Immerhin dampften in der Feldküche 100 Liter deftiger Erbseneintopf. Bei dem großen Zuspruch des Waldtages fand der ebenso reißend Absatz wie die 200 Bockwürste sowie der Kuchen, den die Familien Hutopp und Ziems im mobilen Ofen frisch abbuken. Ein gutes Omen dafür, dass der Wunsch von Dr. Gerhard Schnüber in Erfüllung geht. Dieser hatte nach dem Baumpflanzen gesagt: „Ich hoffe, dass er gut wächst und der Waldtag noch viele Jahre durchgeführt wird.“