Klötze l Die jetzige Kita in Kusey hat die besten Zeiten hinter sich. Vor allem die Feuchtigkeit gab Klötzes Stadtoberhaupt Uwe Bartels 2017 bei einem Ortstermin zu bedenken. Dieses Problem zu lösen, würde wahrscheinlich jeden Rahmen sprengen. Daher kam er zu dem Schluss, dass es wohl nur eine sinnvolle Lösung gibt: Ein Neubau muss her. Am Mittwochabend, bei der Sitzung des Hauptausschusses, wurden zwei mögliche Standorte vorgestellt: der alte Sportplatz und eine Fläche in unmittelbarer Nähe zur Grundschule.

Haupt- und Kämmereiamtsleiter Christian Hinze-Riechers machte bei seiner Präsentation keinen Hehl daraus, dass die Verwaltung das Areal an der Grundschule favorisiere. Dort stünden für den Kita-Bereich mindestens 5659 Quadratmeter zur Verfügung, die sich allesamt im Eigentum der Stadt befänden. Weitere Vorteile seien die direkte Nähe zur Sporthalle (dadurch könnte in der neuen Kita auf einen Sportraum verzichtet werden), die Konzentration von Kita und Grundschule auf einem Fleck sowie die vorhandenen Anschlüsse für Wasser und Abwasser. Noch dazu könnte die Heizung der Grundschule auch für die neue Kita genutzt werden.

Erschließung notwendig

Auf dem alten Sportplatz, so teilte Hinze-Riechers mit, wäre die Fläche für den Kita-Bereich maximal 6631 Quadratmeter groß. Allerdings müssten 3917 Quadratmeter von einer Privatperson erworben werden. Außerdem wäre hier eine Änderung des F-Planes und eine komplette Erschließung notwendig und dazu auch eine eigene Heizungsanlage.

Der Kuseyer Ortschaftsrat sah das komplett anders. Nacheinander meldeten sich Ortsbürgermeister Klaus Vohs sowie Martin Schilling, Karin Engelmann, Thomas Mann und Jörg Ziegel zu Wort und sprachen sich klar gegen einen Kita-Neubau an der Grundschule aus. Unter anderem wurden folgende Gründe genannt: Bäume und Sträucher müssten entfernt werden, der (öffentliche) Spielplatz entfiele oder müsste verlagert werden, die Heizung der Grundschule reiche für ein weiteres Gebäude nicht aus, die Kita-Kinder müssten im Schatten der Turnhalle spielen, Kita und Grundschulkinder würden sich gegenseitig durch Lärm stören, der Baugrund sei wegen der früheren Deponie und des einstigen Schwimmbades schwierig, die Zuwegung sei nicht besser als beim alten Sportplatz und insgesamt sei der Platz viel zu eng bemessen.

Schulstandorte prüfen

Tenor war, dass sich der Kuseyer Ortschaftsrat grundsätzlich über den geplanten Kita-Neubau freut, aber auf dem alten Sportplatz einfach mehr Raum zur Entfaltung vorhanden sei. Dieser Auffassung waren auch Kuseys Kita-Leiterin Anne Schmidt und deren Stellvertreterin Doreen Bauke. Im Übrigen wurde moniert, dass die Verwaltung erst jetzt Details zum Vorhaben nenne. Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels entgegnete, dass die drei Kuseyer Stadträte Thomas Mann, Klaus Vohs und Wolfgang Mosel darüber seit langem im Bilde seien.

Christian Hinze-Riechers wies noch darauf hin, dass laut Altmarkkreis bezüglich der Deponie keine Komplikationen zu erwarten seien und meinte mit Blick auf den etwaigen Lärm, dass die Nähe zwischen Kita und Grundschule anderswo, etwa in Jübar, auch kein Problem darstelle. So sah das auch Uwe Bock (UWG) und plädierte, vor allem wegen des dann nicht nötigen Grundstückskaufes, für den Standort an der Grundschule. Kurz vor dem Ende der Sitzung bat Henry Hartmann (UWG) noch darum, dass vor dem ersten Spatenstich in Kusey geprüft werden sollte, ob nicht die Grundschulen in Kunrau und Kusey zusammengelegt werden könnten.