Kusey l „Irgendwie kommt mir das hier bekannt vor“, sagte Uwe Hahn gestern Morgen am hinteren Ende des Lateiner Weges in Kusey. Dort entsteht die neue Kindertagesstätte. Gestern war der offizielle Baubeginn. Ein großes Stelldichein mit Spatenstich gab es aber nicht. Vielmehr war es auf dem einstigen Sportplatz menschenleer, sieht man mal von Uwe Hahn und seinem Kollegen Mathias Pieper-Hildebrandt ab. Die beiden Mitarbeiter einer Stendaler Firma sorgten auf 240 Metern Länge für die Einfriedung. Dabei fiel ihr Blick immer wieder auf den Zaun, der vom Eigentümer im Frühjahr 2016 quer über den Sportplatz gezogen wurde und bundesweit für Aufsehen sorgte. Die Stadt Klötze hatte es versäumt, den 35 Meter breiten Korridor selbst zu erwerben und scheiterte vor Gericht auch mit dem Versuch, den Flächennutzungsplan zu ändern, um das Vorkaufsrecht ausüben zu können.

Doch dafür war es bereits zu spät. Von einem Tag auf den anderen stand dem Sportverein und der Grundschule nur noch ein kleines Areal zur Verfügung.

Erd- und Schachtarbeiten im Dezember

Während der Sportverein an der Schwarzendammer Chaussee für 100 000 Euro einen Trainingsplatz mit Flutlicht bekommt, muss für den Schulsport noch eine Lösung gefunden werden. Denn auf dem verbliebenen Teil des alten Sportplatzes wird nun die neue Kita gebaut. Die Verwaltung hatte zunächst ein Areal an der Grundschule bevorzugt, letztlich einigte sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe des Klötzer Stadtrates im Sommer 2018 aber auf den alten Sportplatz, wo eine 7500 Quadratmeter große Fläche ausgewiesen wurde.

„Mensch, das ist doch der Zaun, der im Fernsehen war“, stellte Pieper-Hildebrandt nach einigem Nachdenken fest. Er und Hahn bildeten die Vorhut. Noch am selben Tag wollten sie mit dem Zaunbau fertig sein. Danach geht es mit dem Kita-Bau richtig los.

Der sollte eigentlich schon am 4. November beginnen, musste aber verschoben werden, weil die damit beauftragte Firma noch andere Verpflichtungen hatte und zudem personell gebeutelt war, wie Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels im Hauptausschuss berichtete. Die Erd- und Schachtarbeiten sollen nun vom 9. bis 20. Dezember erfolgen. Je nach Witterung geht es dann im Januar weiter.

Über das weitere Vorgehen hatte Planer Matthias Lofing bereits im Kuseyer Ortschaftsrat und im Stadtrat informiert. Demnach wird die neue Kita mit einer Bedarfsfläche von 350 Quadratmetern für 106 Kinder ausgelegt sein, 67 im Kindergarten und 39 in der Krippe. Der Einzugsbereich umfasst neben Kusey auch Röwitz, Wenze, Quarnebeck, Trippigleben, Altferchau, Dönitz und Schwarzendamm.

Großes Foyer wird das markante Zentrum

Die Gruppenräume erhalten jeweils einen eigenen Schlaf- beziehungsweise Rückzugsraum, Sanitärbereich und Garderobe und dazu einen Ausgang nach draußen. Markant ist das 95 Quadratmeter große Foyer mit Oberlicht. Das Gebäude wird vier Meter hoch und eingeschossig sein.

Die Fassade fällt durch ihre bunte Optik (blau, rot, gelb grün) auf. Statt der ursprünglich geplanten Gasheizung wird entsprechend der Energieeinsparverordnung eine Erdwärmeheizung eingebaut. Eine Photovoltaik-Anlage ist nicht Bestandteil der Maßnahme, kann aber nachgerüstet werden. Die Terrassen sollen eine Überdachung bekommen. Vorgesehen ist auch ein moderner Spielplatz. Für Personal und Besucher werden 18 Parkplätze angelegt. Geplant ist auch, den Lateiner Weg zu befestigen.

Der Rohbau der neuen Kita soll bis Ende 2020 fertig sein, im Winter findet dann der Innenausbau statt, die Außenanlagen folgen im Frühjahr 2021. Die Fertigstellung ist für Mai 2021 geplant.

Die neue Kita kostet 2,8 Millionen Euro, der Altmarkkreis Salzwedel hatte Fördermittel des Bundes in Höhe von 1,143 Millionen Euro weitergereicht.

Die jetzige Kita an der Dr.-Schultz-Lupitz-Straße, in den 1930er Jahren als Gaststätte errichtet, weist bauliche Mängel auf, eine Sanierung kam nicht infrage.