Kusey l Eigentlich, so gestand Neven-Joel Bratz, hört er lieber moderne Musik. Aber am Montagvormittag fand er sogar an klassischen Klängen Gefallen. Und genau das ist es, was die Kinderoper Papageno aus Wien erreichen möchte. „Wir wollen die Hemmschwelle gegenüber Opern und klassischer Musik senken“, erklärte Gregor Braun. Er war mit Lucia Kim aus Österreich nach Kusey gereist, um mit Viertklässlern der Grundschule das Stück „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew zur Aufführung zu bringen. Die musikalische Erzählung war im Jahr 1936 eigens für das Zentrale Kindertheater in Moskau komponiert worden, um Kinder die Instrumente eines Orchesters nahezubringen.

Kinder aktiv einbezogen

Heutzutage reicht das bloße Hören aber nicht mehr aus, weiß das Papageno-Ensemble, das aus studierten Experten besteht. Stattdessen sollen die Kinder spielerisch an das Thema herangeführt werden. Dazu schlüpfen die Schüler selbst in die Rolle von Peter, dem Wolf, der Ente, der Katze oder des Großvaters und werden dadurch aktiv in die Handlung eingebunden. Den Text bekamen die jungen Darsteller vorher zugeschickt. „Den haben sie alle super gelernt“, lobte Braun.

Im Übrigen befassten sich nicht nur die Viertklässler mit „Peter und der Wolf“, sondern auch alle anderen Schüler, wie Grundschulleiterin Sandra Trikaliotis informierte.

Für den letzten Feinschliff nahmen sich Braun und Kim an diesem Morgen etwa eine Stunde Zeit. Zusammen mit den Kindern gingen sie das Stück durch und regten ihre Fantasie an.

An der Vorführung nahmen alle Grundschüler teil, und das nicht nur als Zuschauer. Ihnen wurde erklärt, wie wichtig Kostüme sind und was eine Kulisse ist. Auch die Instrumente aus „Peter und der Wolf“ stellten Braun und Kim vor. So klingt die Querflöte wie ein Vogel, die Oboe wie eine Ente, die Klarinette wie eine Katze, das Fagott steht für den Großvater, das Horn für den Wolf, die Pauke für die Jäger und die Geige für Peter. Alle machten mit, flatterten wie ein Vogel, watschelten wie eine Ente und fauchten wie eine Katze. Die Lehrer wurden nicht verschont. Sie mussten gehen wie ein Großvater, in gebeugter Haltung. „Dazu brauchen wir alte Leute“, scherzte Braun – und die Kinder mussten bei dem urkomischen Anblick lauthals lachen.

Und so wurde aus „Peter und der Wolf“ ein großes Vergnügen für die ganze Schule. Braun und Kim hatten ihr Ziel erreicht. Die Kinder stellten nämlich fest, dass klassische Musik und Oper nicht unbedingt langweilig sein müssen Es kommt aufs Mitmachen an.