Apenburg l Eine Komplettsanierung des Apenburger Waldbades scheint nach der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vom Tisch. „Wir reden da von einem Kostenvolumen von 1,1 bis 1,5 Millionen Euro - das ist nicht machbar und kommt für uns nicht in Frage“, fasste Ratsherr Peter Warlich für die eingesetzte Bad-Arbeitsgruppe die Ergebnisse der Studie zusammen, die das beauftragte Hildesheimer Planungsbüro für die Gemeinde zusammengestellt hat. Statt dessen lautet die Empfehlung der Arbeitsgruppe, im Haushalt jährlich 35 000 Euro für Investitionen ins Bad bereit zu stellen.

Mit dem Geld könnten mittel- und langfristig Projekte umgesetzt werden. Beispielsweise der Rückbau der Bungalows, die nicht mehr genutzt werden. „Auch über das jetzige Sanitärgebäude sollten wir nachdenken“, meinte Peter Warlich. Das entspreche schon lange nicht mehr den Standards und sei auch aus Sicht der Planer viel zu weit weg von den Umkleidekabinen. Der Vorschlag der Arbeitsgruppe lautet, die sanitären Anlagen in dem leerstehenden Schwimmmeisterhaus unterzubringen.

Als kurzfristige Maßnahme empfiehlt die Arbeitsgruppe den Abschluss des Vertrages mit der Rittlebener Biogasanlage, die per Fernwärmeleitung ins Bad das Wasser beheizen will. Die Unterlagen liegen unterschriftsreif vor, der Anschluss würde der Gemeinde nichts kosten und für die Wärmeabnahme wären maximal 9000 Euro im Jahr fällig. „Wenn wir keine Wärme abnehmen, zahlen wir auch nichts. Für uns besteht also kein Risiko“, plädierte auch Apenburgs Interessenvertreter Mark Wöllmann für den Anschluss.

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Niederfrequenzregler für Pumpen

Um Kosten zu senken, könnte ein Niederfrequenzregler für die Pumpen eingebaut werden. „Das hat in Dähre bis zu 3000 Euro für Strom im Jahr gespart“, berichtete Peter Warlich. Eine weitere kurzfristige Investition betrifft den Reinigungsroboter für das Becken. Den hatte sich die Gemeinde zwar im vergangenen Jahr für mehr als 2000 Euro neu gekauft, doch es stellte sich hinterher heraus, dass das Gerät für das Becken nicht geeignet ist. „Wir sollten ihn verkaufen und uns einen Roboter anschaffen, der der Größe des Beckens angepasst ist“, erklärte Peter Warlich. Anzuraten sei ferner, den kompletten Beckenrand von einem Profi neu gestalten zu lassen. „Jedes Jahr müssen wir abgeplatzte Fliesen kleben, das sollte ein Ende haben“, so der Apenburger Ratsherr.

Warlich lobte den Waldbad-Förderverein für sein unermüdliches Engagement, forderte jedoch gleichzeitig mehr Unterstützung der Freiwilligen durch die Gemeinde. „Um den Verein zu entlasten, sollten wir darüber nachdenken, die Gemeindearbeiter regelmäßiger im Bad einzusetzen“, schlug er vor.

Ob der Rat der Idee mit der festen Investitionssumme für das Waldbad folgt, werden die Haushaltsberatungen zeigen. „Das Geld müssen wir schließlich erst einmal haben, wenn wir es ausgeben wollen. Und selbst wenn: Wir wissen nicht, wie unsere finanzielle Lage im nächsten Jahr aussieht und wir uns das überhaupt leisten können“, warnte der Saalfelder Detlef Jürges. Weniger dramatisch sah Mark Wöllmann die Situation. „Wenn das Geld alle ist, ist es alle. Dann kann eben auch nichts investiert werden“, zeigte er sich ganz entspannt.