Klötze l Die Aufhebung des B-Planes „Windpark Neuferchau“ ist beschlossene Sache. Nachdem sich am 5. September der Neuferchauer Ortschaftsrat und am 6. September der städtische Hauptausschuss dafür ausgesprochen hatten, erteilte am Mittwochabend nun auch der Klötzer Stadtrat seinen Segen. Allerdings gab es dieses Mal, im Gegensatz zum Hauptausschuss, auch Wortmeldungen. Und Protest.

Zum Hintergrund: Die Aufhebung des B-Planes „Windpark Neuferchau“ war von der Energiequelle GmbH aus Brandenburg beantragt worden. Diese, so hatte das Unternehmen der Volksstimme auf Anfrage mitgeteilt, sehe den Abriss von fünf alten Windenergieanlagen und den Neubau von insgesamt sechs neuen Modellen (230 Meter hoch) im Jahr 2020 vor. Passieren solle das in einem knapp 200 Hektar großen Windeignungsbiet in der Neuferchauer Gemarkung.

Mosel und Mann sehen Widerspruch

Wolfgang Mosel (Die Linke) erklärte, dass es in Kusey, seinem Wohnort, immer mehr Vorbehalte gegen die Aufhebung des B-Planes „Windpark Neuferchau“ gebe. „Die Beeinträchtigungen kriegen wir in Kusey am meisten zu spüren“, meinte Mosel und erinnerte daran, dass sich der Stadtrat erst am 21. Juni mit einer Resolution geschlossen gegen den geplanten Bau einer 34 Kilometer langen 110-Kilovolt-Freileitung mit 106 Masten (30 bis 35 Meter hoch, die Red.) zwischen Kunrau und Tylsen ausgesprochen habe. „Und nun geben wir den Weg für Windräder frei. Das steht doch total im Widerspruch“, gab Mosel zu bedenken.

Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels versicherte, dass die Windanlagen mindestens 1000 Meter von der nächstgelegenen Wohnbebauung errichtet würden, nannte überraschenderweise aber andere Zahlen. So sprach er unter anderem von 9 Windenergieanlagen im Vorranggebiet zwischen Kunrau und Rappin.

An diesen kontroversen Angaben und der mangelnden Informationspolitik aus dem Rathaus störte sich Thomas Mann (CDU). „Erst heißt es, fünf Anlagen werden abrissen und fünf neu gebaut, dann ist von sechs alten und sechs neuen die Rede. Und jetzt kommt wieder was anderes. Mir ist immer noch nicht klar, was eigentlich geplant ist“, bekannte Mann und warnte vor den negativen Begleiterscheinungen von Windrädern, wie etwa Sichtbehinderung und Lärm. „Kusey wäre durch den Westwind stark betroffen“, merkte Mann an und wunderte sich ebenfalls darüber, wieso der Stadtrat einerseits gegen Strommasten interveniert, weil man die Gegend nicht „verspargeln“ wolle, andererseits aber bereit zu sein scheint, Windräder zu akzeptieren. „Ich dachte, wir wollen unsere Landschaft erhalten“, grübelte Mann und forderte, mehr Transparenz walten zu lassen und die Bevölkerung in die Entscheidungen einzubinden.

Jedoch, die Einwände von Wolfgang und Mosel und Thomas Mann nützten nichts. Der Stadtrat sprach sich bei einer Enthaltung und drei Gegenstimmen für die Aufhebung des B-Planes „Windpark Neuferchau“ aus.