Marrakesch/Klötze l Über das Potenzial von Algen in einer Green Economy (Grüne Ökonomie) für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion referierte vor wenigen Tagen der Geschäftsführer der Klötzer Algenfarm, Jörg Ullmann, bei einem dreitägigen Projektseminar in der marokkanischen Hauptstadt Marrakesch. Ullmann folgte einer Einladung des Thünen-Instituts, einem Bundesforschungsinstitut für ländliche Räume, Wald und Fischerei, sowie der ISOFAR, der internationalen Gesellschaft der Forschung im ökologischen Landbau. Aber auch das marokkanische Forschungsinstitut für Landwirtschaft hatte den Klötzer Geschäftsführer zu dieser Tagung eingeladen.

Insgesamt waren 18 Spezialisten aus Deutschland, Nigeria, den USA, Kanada, Kenia, Äthiopien, Österreich, China, den Niederlanden, Norwegen, der Tschechischen Republik, Indien, Indonesien, Malaysia und aus dem Gastgeberland Marokko vertreten. Während der drei Tage ging es um eine Konzeptgestaltung zur nachhaltigen Ernährung der Welt im Jahr 2100. Denn die Bevölkerung in Afrika wird in den kommenden Jahren weiter stark zunehmen. Nach ersten Prognosen wird sich die Zahl der Einwohner bis zum Jahr 2100 von derzeit 1,2 Millarden auf 4,4 Millarden Menschen verdreifachen. „Insbesondere in Afrika steht man vor scheinbar kaum lösbaren Problemen, die Menschen dort zu ernähren“, betonte Jörg Ullmann. Er ergänzte, dass Afrika schon jetzt ein riesiges Handelsdefizit mit Agrargütern hat und seinen eigenen Bedarf an Grundnahrungsmitteln wie Reis und Mais nicht abdecken kann. Da hilft es auch nicht, wenn die Natur der Landwirtschaft in den afrikanischen Staaten zum Opfer fällt.

Produktion und Recycling als Schwerpunkte

Aus dem Grund sprachen die Spezialisten aus diesem Sektor während des Workshops über ein Konzept, das nicht nur die richtige Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen beinhaltet, sondern auch, wie darüber hinaus Nahrung für die Bevölkerung produziert werden kann und die Nährstoffe recycelt werden können. Dies, so Jörg Ullmann, gilt auch für den städtischen Raum, wo in Afrika bald die meisten Menschen leben, ihr Essen verspeisen und wieder ausscheiden werden.

Um die Nahrungsmittelproduktion auf dem diesem Kontinent in Zukunft zu verbessern, gilt die Algenproduktion als ein Standbein. Aber auch Pilze und Insekten gehören zu den neuen Lebensmitteln dazu. Darin waren sich die 18 Experten aus aller Welt in Marrakesch einig.

Zudem sprachen sie über die Themen Abfallmanagement, die Düngung der Felder, eine natürliche Schädlingsbekämpfung, die Kompostierung und die Verwendung von Biogas sowie eine nachhaltige Landwirtschaft im Zuge der Digitalisierung.

Ideen sammeln und auswerten

Welche Rolle die Klötzer mit ihrer Algenproduktion bei der Verbesserung der Lebensmittelproduktion in Afrika in Zukunft spielen werden, steht noch nicht genau fest. Zunächst werden alle Ideen des Projektseminars gesammelt und bei einem weiteren Treffen ausgewertet.

Zumindestens können die Klötzer mit ihren Algen neue Märkte in Afrika erschließen und die Lebensmittelproduktion unterstützen.