Jahrstedt l Der tiefe Schlaf erwischte alle überraschend: Der Koch wollte seinem Gehilfen am Herd gerade eine Backpfeife verpassen, als er beim Ausholen der Hand einschlief. Der König und die Königin nickten prompt am Tisch ein, an dem sie sich gerade ein Gläschen genehmigten. Ausgelöst wurde der kollektive Tiefschlaf, weil sich die Prinzessin kurz zuvor an einer Spindel gestochen hatte – genau so, wie es eine Fee Jahre zuvor prophezeit hatte. Nur das Publikum im Jahrstedter Saal blieb hellwach und verfolgte gespannt, wie das Märchen „Dornröschen“, das Eltern der örtlichen Kita dort aufführten, wohl weitergehen würde.

Das Schauspiel hat schon Tradition. Mittlerweile war es das 13. Märchen, das in der Vorweihnachtszeit gezeigt wurde. Nicht entgehen lassen wollten sich viele kleine und große Zuschauer die Vorstellung. Die langen Tischreihen im großen Saal waren bis auf wenige Stühle voll besetzt. Die Kleinsten hatten es sich direkt vor der Bühne auf Decken bequem gemacht. Und so waren sie teilweise mitten im Geschehen. Etwa in der Szene, in der sich die Fee des Fleißes hereindrängelt, um an der Feier für die neugeborene Prinzessin teilzunehmen. Eingeladen war sie nicht. Kurz zuvor hatte der König das so entschieden, da es nur zwölf goldene Gedecke im Schloss gibt, die nicht für die 13 Feen gereicht hätten.

Kinder singen

Hatten die eingeladenen Feen der Prinzessin Schönheit, Reichtum und Gerechtigkeitsgefühl gewünscht, lautete der Wunsch der verärgerten Fee des Fleißes nicht so toll. Tot umfallen solle die Prinzessin, wenn sie sich an ihrem 15. Geburtstag an einer Spindel sticht. Das erscheint den anderen Feen dann aber zu drastisch – statt des Todes soll ein hundertjähriger Schlaf einsetzen. Und so kommt es dann auch. Doch ein guter Prinz ist schon im Anmarsch.

Mit viel Liebe fürs Detail gestalteten die Eltern eine tolle Aufführung. Die aufwendigen Kostüme und die Kulissen – etwa der Herd mit einem großen Topf darauf um den eine Würstchenkette gewickelt war – zeigten, wie viel Arbeit in die Vorbereitung geflossen sein muss. Einige Eltern spielten gleich mehrere Rollen. Das Publikum bedankte sich mit einem kräftigen Applaus für die unterhaltsame Zeit. Eingestimmt wurden die Zuschauer zuvor von den Kita-Kindern, die einige weihnachtliche Lieder sangen. Zum Abschluss gab es Kaffee und Kuchen im Saal.