Kritik an Kita-Schließung

Mehmker Eltern befürchten, dass Kinder zerstreut werden

Die Entscheidung zur Schließung der Kita Mehmke ist zwar gefallen, die Kritik daran hält allerdings an. Eltern beklagen mangelnde Informationspolitik und haben Sorge, dass ihre Kinder das gewohnte Umfeld verlieren.

14.05.2022, 06:00
In der idyllisch gelegenen Kita "Mehmker Feldhasen" kehrt Einsamkeit ein. Zum 31. Juli schließen sich die Tore für immer.
In der idyllisch gelegenen Kita "Mehmker Feldhasen" kehrt Einsamkeit ein. Zum 31. Juli schließen sich die Tore für immer. Foto: Facebook-Gruppe "Wir Altmärker aus Diesdorf"

Mehmke (wmo) - Nach der Entscheidung des Verbandsgemeinderates, die Mehmker Kita wegen zu geringer Auslastung zu schließen, macht sich Ärger und Enttäuschung bei den Eltern breit. In den sozialen Medien wird der Verbandsgemeinde vorgeworfen, bei all den Zahlen, die als Begründung ins Feld geführt werden, die Interessen der Kinder, Eltern und Erzieher zu vernachlässigen.

Im Vorfeld der Ratssitzung in Siedenlangenbeck machte zudem ein über das Internet verteilter Hilfeaufruf der Eltern die Runde. In diesem wird darauf hingewiesen, dass von dem ursprünglich im Herbst 2021 im Sozialausschuss behaupteten Investitionsbedarf von 250.000 Euro inzwischen nur noch 110.000 Euro übrig geblieben sind. Davon müssten lediglich 12.100 Euro für den Brandschutz sofort investiert werden, um den Betrieb abzusichern. Die übrigen Kosten verteilen sich unter anderem auf Arbeiten an Fassade und Fußboden.

Die meisten gehen nach Abbendorf, einige aber auch nach Jübar und Bornsen

Sorge bereitet den Eltern zudem, was nach der Schließung der Kita zum 31. Juli aus den Kindern wird. „Sie werden nicht zusammenbleiben und in größere Einrichtungen mit anderen Tagesabläufen gegeben, ohne eine Eingewöhnung gehabt zu haben“, befürchten sie. Die VG hatte mitgeteilt, dass eine Komplettübernahme der zehn Kinder sowohl in der Abbendorfer als auch in der Ahlumer Kita möglich wäre. Allerdings zeichnet sich nach Volksstimme-Informationen ab, dass die meisten Kinder nach Abbendorf, einige aber auch nach Jübar und Bornsen gehen werden. Wo die beiden Erzieherinnen künftig eingesetzt werden, ist noch unklar.

Kritik gibt es auch an der Zusammenarbeit mit dem Sozialausschuss. Informationen erfolgten immer nur schleppend und erst auf Nachfrage, heißt es aus dem Elternkuratorium. So habe man von den Schließungsplänen erst aus der Presse erfahren. Vorschläge der Eltern, wie die Kita noch zu retten wäre, seien vom Ausschuss zwar angenommen, aber nicht weiter berücksichtigt worden.