Immekath l Ihre eigenen Bonbons konnten die Zuhörer des Orgel-Konzertes, zu dem im Rahmen des Musiksommers in die Immekather Kirche eingeladen wurde, getrost in der Tasche lassen. Denn Iris und Carsten Lenz, die als Duo auf der Troch-Orgel spielten, hatten extra Süßigkeiten für ihr Publikum mitgebracht. Geschmacklich sollten diese zur Musik passen, die sie für das Konzert ausgesucht hatten, versicherten die Musiker aus Wiesbaden, bevor sie sich auf den Weg zur Orgel machten, auf der sie gemeinsam mit vier Händen und Füßen spielen wollten.

Dieses dritte Konzert des Musiksommers sei gleich in dreifacher Hinsicht außergewöhnlich, sagte Friedhelm Klopp vom Immekather Gemeindekirchenrat. So stand die Veranstaltung einerseits ganz im Zeichen des 150-jährigen Jubiläums der Troch-Orgel, die 2017 restauriert wurde. Gleichzeitig war es auch die Eröffnung des 23. Altmärkischen Musikfestes, das vom Altmarkkreis Salzwedel organisiert wird. Und natürlich sei auch die Tatsache, dass ein Duo auf der Orgel spielt, etwas Besonderes.

In die Orgel geschaut

Doch bevor die Immekather Königin erklang, bekamen die Zuhörer in der Kirche die Gelegenheit, tief in ihr Innerstes zu blicken. Iris und Carsten Lenz hatten ein Video gedreht, um die einzelnen Teile des Instruments zu erklären. Gezeigt wurde der rund 15-minütige Film gleich ganz zu Anfang. Gedreht wurde das Filmchen am Mittag. Carsten Lenz moderierte die Bilder.

Zu sehen gab es etwa die zahlreichen kleinen und großen Pfeifen aus Holz und Metall, die Mechanik und auch einige Autogramme, mit denen sich Jugendliche dort verewigt haben. Diese stammen wohl von den Konfirmanden und Vorkonfirmanden des Jahrgangs 1997/98, wie sich der frühere Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz im Gespräch mit der Volksstimme erinnerte. Diese haben damals, als eine Rekonstruktion der Orgel in Angriff genommen wurde, die Pfeifen gereinigt. In einem unbeobachteten Moment zückten einige wohl ihren Stift und hinterließen Worte im Inneren der Orgel. Per Beamer wurde das Video vom Innenleben des Instruments auf eine große Leinwand im Krirchenraum geworfen. Auf diese Weise konnten die Zuschauer später auch das Spiel des Duos oben an der Orgel verfolgen, ohne sich ständig umdrehen und nach oben schauen zu müssen. Selbst auf die Füße der Musiker war eine Kamera gerichtet.

Instrument kennenlernen

Und was gab es zu hören? Mitgebracht hatten Iris und Carsten Lenz ein Programm mit Stücken von Händel, Bach, Mozart, Dvorák und Schumann. Dabei huschten die Hände und Finger der beiden Musiker über die Tasten, lagen teils übereinander. Egal ob hohe oder tiefe Töne: Das Duo entlockte der Troch-Orgel bezaubernde Klänge. Doch einfach hinsetzen und losspielen konnten sie nicht, wie Carsten Lenz in seiner Moderation sagte. Immerhin seien solch große Orgeln wie die in Immekath Unikate mit einer eigenen Klangfarbe. Bereits am Vormittag habe das Paar damit begonnen, sich einzuspielen und die Klänge auszuwählen. Gut eineinhalb Stunden habe das gedauert, aber auch viel Spaß gemacht.

Genascht wird nach Ansage

Variationen von „Freude schöner Götterfunken“ – klassisch, mit Dudelsack-Klängen und virtuos – waren die letzten Stücke des fast zweistündigen Konzertes. Passend dazu konnten sich die Zuhörer die Schoko-Bonbons schmecken lassen, nachdem sie zuvor schon Kokoskugeln und Cola-Herzen genascht haben, die in den anfangs verteilten Tütchen steckten. Auf der Leinwand wurde gezeigt, wann welche Süßigkeit an der Reihe war. Somit war das Konzert nicht nur ein Erlebnis für die Ohren, sondern auch für den Gaumen. Das Publikum bedankte sich mit langem Applaus.