Bandau/Poppau/Peertz l Eigentlich ist die Situation eindeutig: Wer aus Richtung Peertz oder Poppau von der Kreisstraße auf die Landesstraße Bandau-Klötze auffahren will, muss anhalten und die vorfahrtberechtigten Autofahrer zunächst passieren lassen. Stoppschilder vor der Auffahrt weisen darauf hin. Doch immer wieder haben in der Vergangenheit Autofahrer diese entweder ignoriert oder Fahrzeuge auf der Hauptstraße schlichtweg übersehen. Die Folge: Mehrere schwere Unfälle, bei denen allein in den letzten Jahren vier Menschen schwer und viele weitere leicht verletzt wurden.

Die Straßenverkehrsbehörden haben jetzt reagiert und zumindest auf der Landesstraße große Warnschilder aufgestellt, die die Kreuzung als Unfallschwerpunkt ausweisen und Autofahrer zur Vorsicht mahnen. Das rote Dreieck mit dem Ausrufezeichen in der Mitte, das auf eine Gefahrenstelle hinweist, wurde mit dem Zusatzzeichen eines auf ein anderes Auto auffahrenden Fahrzeugs kombiniert. Damit soll nicht nur vor möglichen Auffahrunfällen angesichts an der Kreuzung vor dem Abbiegen wegen des Gegenverkehrs plötzlich anhaltender Fahrzeuge gewarnt werden, sondern vor einer generellen Unfallgefahr an dieser Stelle.

Es gilt Tempo 70

Dass etwas getan werden muss, um die Zahl der Unfälle an dieser Stelle zu senken, ist unter anderem ein Ergebnis der Unfallstatistik 2019 des Polizeireviers Salzwedel, die im April 2020 veröffentlicht wurde. Hier wurde die Kreuzung zwischen Bandau und Klötze bereits eindeutig als Unfallschwerpunkt charakterisiert. Zwar sei die Geschwindigkeit in diesem Bereich bereits auf 70 Stundenkilometer begrenzt, doch trotzdem gebe es immer wieder Probleme beim Beachten der Vorfahrt vor allem durch aus Richtung Poppau auffahrende Fahrzeuge, hieß es. Die Polizei kündigte bereits damals die Aufstellung einer Warntafel an.

Bilder

Zuletzt hatte es am 15. Dezember vorigen Jahres auf der Kreuzung gekracht, als eine Skoda-Fahrerin, von Klötze kommend, nach links Richtung Peertz abbiegen wollte und wegen des Gegenverkehrs anhalten musste. Ein nachfolgendes Postauto fuhr auf den Skoda auf, beide verletzte Fahrerinnen kamen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

Vorfahrt nicht immer beachtet

Am 15. Februar 2020 wurde ein Skoda-Fahrer an der Stelle schwer verletzt, als sein Fahrzeug vom Polo einer 59-Jährigen gerammt wurde, der, von Poppau kommend, über die Kreuzung in Richtung Peertz fahren wollte. Das gleiche passierte einer 78-jährigen Golf-Fahrerin, die am 21. August 2018 auf der Landesstraße unterwegs war. Von Poppau kommend, nahm ihr ein Skoda die Vorfahrt, es kam zur Kollision, die Frau wurde in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste schwer verletzt von der Feuerwehr befreit werden.

Ebenfalls mit schweren Verletzungen überstand ein 57-Jähriger am 7. Dezember 2018 die Kollision mit einem Phaeton. Auch er fuhr aus Richtung Poppau unbesehen auf die Landesstraße auf.