Ahlum l Hundeausbildung auf dem Übungsplatz, wie etwa in Rohrberg, kennt fast jeder. Aber dass die Vierbeiner auch im und am Wasser trainiert werden können, ist wohl nur den Wenigsten bekannt. Thomas Grams aus Bad Bodenteich hat sich dieser Aufgabe verschrieben und will ab kommendem Wochenende ein Wasserarbeitstraining für Hunde und ihre Halter am Ahlumer See anbieten. Sonnabend ab 15 Uhr und Sonntag ab 9 Uhr kann dort in unterschiedlichen Bereichen und Schwierigkeitsgraden mit den Vierbeinern geübt werden.

„Die Übungen, die Schritt für Schritt erarbeitet werden, ähneln der Wasserrettung, sind jedoch zur sportlichen Aktivität gedacht“, erklärt der Trainer für Wasserarbeit, Basis und den Hundeführerschein im Deutschen Verband der Gebrauchshundsportvereine (DVG), der zu den erfahrensten seiner Art in Deutschland gehört. So würden große und kräftige Hunde lernen, selbst schwere Gegenstände im Wasser zu ziehen. Beginnend mit dem Apportieren von kleineren Dingen, nehmen sie später sogar Boote ins Schlepptau, bringen Gegenstände zu Personen und ziehen bis zu zwei Menschen gleichzeitig aus dem Wasser.

Schnelligkeit im Wasser

„Die kleineren Rassen absolvieren meistens Übungen, bei denen sie auch ihre Schnelligkeit im Wasser zeigen oder schwimmfähige Gegenstände bergen“, erzählt Thomas Grams. Auch hier fängt es mit kleinen Dingen an und geht bis hin zum Transport von Netzen oder Schwimmbeuteln, wobei ein bestimmter Zeitrahmen vorgegeben wird. Für die kräftigeren Hunde gibt es dann noch den Bereich der Teamarbeitsdiplome, bei denen Hund und Mensch die sehr realistischen Rettungsübungen gemeinsam absolvieren.

Für Thomas Grams, der seit 23 Jahren im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) aktiv ist und die unterschiedlichsten Seminare zu Zucht, Genetik, Vereins-/Verbandswesen, Hundeverhalten und –psychologie besucht hat, ist besonders von Bedeutung, dass die Gruppe beim Training Erfolg hat, weniger der Einzelne. „Es ist nicht wichtig, dass man viel kann, sondern dass man bereit und offen ist, etwas zu lernen“, erklärt der Bodenteicher sein Credo. Jeder Hundeführer müsse willens sein, auch mit anderen Hunden arbeiten zu wollen. Zudem sollte eine Begeisterung für Hund und Mensch vorhanden sein und diese auch den Vierbeinern vermittelt werden.

Die Wasserarbeit, die auch bei hohen Temperaturen durchgeführt werden kann, stärke die Teambindung zwischen Mensch und Hund. Besonders für Riesenrassen sei es die perfekte Bewegungsart, um einen gelenkschonenden Muskelaufbau zu gewährleisten. Selbst Welpen könnten sich dem Training anschließen, da jede Übung auf das jeweilige Mensch-Hund-Team abgestimmt sei. Für die Hundeführer sei aber in jedem Fall wichtig, schwimmen zu können und Verhaltensregeln einzuhalten, um Gefahren im, am oder durch das Wasser zu mindern.

Ahlumer See als Trainingsstandort

Den Ahlumer See hat sich Thomas Grams nicht zufällig als Trainingsstandort ausgesucht. „Er ist ein richtiger Glücksgriff. Hier bietet es sich super an, nach dem Training noch zusammen zu sitzen. Es gibt einen Restaurantbetrieb und wer möchte, kann auf dem Stellplatz auch mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen stehen. Selbst das Zelten ist dort möglich. Das werde ich auf jeden Fall öfter in Anspruch nehmen“, zeigt sich der Trainer, der auch schon als Ausnahmetalent in Sachen Ausbildung von Hunden unterschiedlicher Rassen bezeichnet wurde, begeistert.