Arendsee l Blitzendes Chrom und klangvolle Motoren: Nach zwei Jahren Pause macht die Hamburg-Berlin-Klassik (HBK) am 30. August wieder Station in der Altmark. Entlang der Strecke dürfen sich die Zuschauer auf 180 Old- und Youngtimer freuen. Ältestes Fahrzeug im Feld ist ein Cunningham V5 Special Roadster.

Start der Rallye ist am 29. August vor dem Olympiastadion in Berlin. Ausgestattet mit zusammen mehr als 22.000 Pferdestärken machen sich die Teilnehmer auf den Weg durch den Norden. Zwischenziele auf dem Weg nach Hamburg sind Göhren-Lebbin (Mecklenburgische Seenplatte) und Wolfsburg. Insgesamt sind etwa 750 Kilometer zurückzulegen.

Dass die HBK erneut in die Altmark kommt, wo die Straßenränder bei vergangenen Ausgaben stets dicht gesäumt waren, ist kein Zufall. „Wir kommen immer gerne her“, betont Pressesprecher Philipp Krüger auf Anfrage der Volksstimme und erinnert sich an die reizvolle Landschaft und die begeisterungsfähigen Menschen.

Erste Station der HBK im Bereich des Altmarkkreises Salzwedel wird am 30. August um 14.21 Uhr Schrampe sein. Weiter geht es über Zießau (14.24 Uhr), Arendsee (14.30 Uhr), Thielbeer (14.37 Uhr), Sanne (14.43 Uhr), Fleetmark (14.49 Uhr), Mösenthin (15.02 Uhr), Winterfeld (15.06 Uhr), Apenburg (15.12 Uhr), Rittleben (15.17 Uhr), Siedentramm (15.20 Uhr), Lockstedt (15.22 Uhr), Klötze (15.28 Uhr), Immekath (15.36 Uhr), Dönitz (15.41 Uhr), Schwarzendamm (15.43 Uhr), Kunrau (15.48 Uhr), Jahrstedt (15.49 Uhr) und Böckwitz (15.53), ehe es auf niedersächsischer Seite über Zicherie, Kaiserwinkel, Rühen und Brechtorf zur Autostadt nach Wolfsburg geht.

Unterschiedliche Baujahre und Preisklassen

Krüger macht auf eine Vielzahl von Marken und Modellen unterschiedlicher Baujahre und Preisklassen neugierig. Glanzlichter sind zum Beispiel ein Aston Martin DBS V8 mit 370 PS sowie sein kräftemäßiger Gegenpart, ein Citroen CV 4 mit 23 PS. Ein Highlight der seltenen Art ist laut Krüger ein Gurgel X-12 aus dem Jahr 1978. Joao Augusto Conrado do Amaral Gurgel baute 1958 in Brasilien ein Unternehmen auf, das Kinderautos aus Plastik mit kleinen Zweitaktmotoren herstellte. Nach einem Firmenwechsel, einer Neugründung und einer Insolvenz gründete Gurgel 1969 einen neuen Betrieb und stellte dort „echte“ Wagen her. Daraus ging der auf einem Käfer basierende Gurgel X-12 hervor.

Auch im Kelmark GT von 1984 ist Käfer-Technik verbaut, einschließlich eines 50 PS-Boxermotors. Die Firma Kelmark im US-Staat Michigan bot von 1969 bis in die 1980er Jahre Umbausätze und komplette Autos an. Die Frontscheibe des Kelmark GT stammt vom Ford Pinto, die Scheiben vom Chevrolet Caprice, wie Krüger informiert.

Der Alvis TE 21 ist ein „lebendiges Auto einer Untoten Marke“. Die fast vergessene Alvis Car Engineering Company Ltd. baute von 1919 bis 1967 hochwertige Autos wie dieses Luxuscoupé von 1964 mit 130 PS. Heute gibt es eine Nachfolgefirma, die aus Originalteilen und Neuware ganz neue Alvis-Oldtimer baut, wie Krüger weiß. Zu sehen sind diese und viele weitere Klassiker nicht nur am 29. August um 13 Uhr beim Start am Berliner Olympiastadion. Stopps und Durchfahrten gibt es unter anderem auch in Rheinsberg, am Schloss und Gut Liebenberg, Fleesensee, Parchim, Dömitz, am Schiffshebewerk Lüneburg-Scharnebeck und dem Castanea Forum Adendorf. Der letzte Streckenabschnitt führt die Rallye-Teams dann am 31. August ab 14.30 Uhr zur Ziellinie am Auswanderermuseum in der Hamburger Ballinstadt.

Promis geben sich die Ehre

Bei der HBK handelt es sich um eine sportliche Wertungsfahrt, die auf Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit angelegt ist. Die Fahrer werden auf die Einhaltung der jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeit ebenso hingewiesen wie auf das Mitführen eines Warndreieckes. Das Einschalten des Abblendlichtes wird empfohlen. Vor dem Start erfolgt an den Fahrzeugen eine technische Abnahme, und die Fahrer bekommen ein sogenanntes Roadbook. Darin gibt es Angaben zur Route und zu verschiedenen Prüfungen. Es gibt Zeit- und Durchfahrtkontrollen. Wer zu früh oder zu spät eintrifft, dem drohen Strafpunkte.

Die Fahrzeuge müssen mindestens 20 Jahre alt sein und eine Straßenzulassung besitzen. Ein Startplatz kostet 1590 Euro für Fahrer und Beifahrer und 350 Euro für jeden weiteren Mitfahrer. Das Starterfeld ist auf 180 Autos begrenzt, die in einem Abstand von 30 Sekunden ins Rennen gehen.

Auch bei der HBK 2019 werden wieder etliche Prominente vertreten sein, verrät Krüger. Dazu zählt Prinz Leopold von Bayern, Eiskunstlauf-Legende Katharina Witt, „PS-Profi“ Sydney Hoffmann, der ehemalige Rennfahrer Hans-Joachim Stuck sowie der frühere Bundesliga-Torjäger Grafite, der mit dem VfL Wolfsburg 2009 die Deutsche Meisterschaft feierte. Nur am 31. August und damit nicht beim Abschnitt durch die Altmark fährt Nico Rosberg, der 2016 Formel-1-Weltmeister wurde.