Kunrau l „Über 80 Prozent der Teilnehmer sind Kinder und Jugendliche“, erklärte Juliane Rickel. Als Leiterin der Meldestelle beim öffentlichen Trainingstag hatte sie den Überblick über das Geschehen und konnte berichten, dass die 72 Amazonen und Reiter in den ausgeschriebenen acht Prüfungen insgesamt 110 Startplätze reserviert hatten.

Da der Tag vor allem als Testlauf für Turnierunerfahrene galt, war er mit Wettkampfcharakter ausgestattet worden. Soll heißen: Die Reiter hatten zumeist schwarz-weiße Turnierkleidung an sowie ihre Ponys und Pferde schick herausgeputzt. Zudem vergaben Preisrichter Wertnoten und stoppten beim Springen die Zeiten. Außerdem wurden für einige Dressurprüfungen Vorleser gestellt. Und es war selbstverständlich auch für ausreichend Verpflegung mit Speisen und Getränken gesorgt.

Abreitplatz im Trockenen

Anders als bei einem Turnier war das obere Areal der Reithalle zu einem Abreitplatz umfunktioniert worden, sodass sich draußen im Regen keiner plagen und durchweichen lassen musste. Auch während der Prüfungen war einiges erlaubt, was sonst tabu ist. Zum Beispiel, dass eine Trainerin ein Pony, das nicht im Dressurviereck bleiben mochte, wieder auf die richtige Spur brachte, oder dass ein Papa seine Tochter einige Runden führte, damit sie den Schreck, den das knackende Mikrofon ihrem Pony eingejagt hatte, leichter verdauen konnte.

Natürlich gab es für die vorderen Platzierten Schleifen, die gelben für die Sieger. Wie ein Blick in die Platzierungslisten zeigte, gingen die bis auf ein einziges Mal an Mädchen. Einzig Hannes Schwarz vom gastgebenden Verein war es gelungen, die Ehre der Herren zu retten, und das in der hochkarätigsten Prüfung des Tages. Im A-Springen mit Stechen hatte er sich durch einen fehlerfreien Ritt zunächst für das Stechen qualifiziert und war den anderen sechs Finalisten in der Wahnsinnszeit von 34.69 Sekunden davongebraust.

Dabeisein ist alles

Die höchste Wertnote des Tages ging indes an Mientje Meyer-Roschau von der Reitgemeinschaft Ristedt, die den Stilspringwettbewerb mit einer 7,9 (auf einer Skala bis 10) gewann. So sehr sich die Kinder auch über ihre Platzierungen und Schleifen freuten, kam es am Ende darauf aber gar nicht an, sondern ging es darum, Erfahrungen auf dem Turnierplatz zu sammeln.

Das galt übrigens auch für die Begleiter und Fans der jungen Reiter, zumeist Eltern, Großeltern und Geschwister, die mächtig stolz waren (und sein durften), wie gut jeder einzelne die Herausforderung gemeistert hat.