Abschied

Sabine Hornkohl in Beetzendorf nach 58 Jahren endgültig ausgeschult ausgeschult

Fast ihr ganzes bisheriges Leben hat Sabine Hornkohl in Schulräumen verbracht, zunächst als Schülerin und Studentin, dann als Lehrerin. Jetzt wurde die Leiterin der Beetzendorfer Sekundarschule feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Von Walter Mogk
Nach 17 Jahren als Schulleiterin an der Beetzendorfer Sekundarschule wurde Sabine Hornkohl in den Ruhestand verabschiedet. Vom Land erhielt sie eine Urkunde, von Kollegen und langjährigen Mitstreitern zahlreiche Blumen und Präsente.
Nach 17 Jahren als Schulleiterin an der Beetzendorfer Sekundarschule wurde Sabine Hornkohl in den Ruhestand verabschiedet. Vom Land erhielt sie eine Urkunde, von Kollegen und langjährigen Mitstreitern zahlreiche Blumen und Präsente. Foto: Walter Mogk

Beetzendorf - Das Bild, das sich der scheidenden Beetzendorfer Sekundarschulleiterin Sabine Hornkohl am letzten Schultag vor den Ferien beim Blick aus dem Fenster bot, rührte sie zu Tränen: Draußen auf dem Pausenhof hatten sich sämtliche Schüler versammelt und ein großes Herz gebildet, um ihre Wertschätzung und ihren Dank auszudrücken. Schließlich stand die Salzwedelerin 17 Jahre lang an der Spitze der Bildungseinrichtung und hat dabei immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Schützlinge gehabt.

Dass sie jetzt schon das Alter erreicht hat, um in den Ruhestand verabschiedet zu werden, gefällt Sabine Hornkohl eigentlich gar nicht. „Ich hätte gern noch weiter gemacht. Es ist für mich unvorstellbar, dass ich heute die Schlüssel abgebe“, gestand sie während der feierlichen Verabschiedung von den Kollegen und langjährigen Mitstreitern. Schließlich habe sie, die eigentlich Medizin studieren wollte, 58 Jahre ihres Lebens ausschließlich in Bildungseinrichtungen verbracht. Zunächst als Schülerin und Studentin, dann als Lehrerin und Schulleiterin. 13 Jahre war Hornkohl an der Jenny-Marx-Schule in Salzwedel tätig, dann an der Heine-Schule und am Jahn-Gymnasium, ehe 2004 der Wechsel nach Beetzendorf erfolgte.

Die Zeit sei anfangs nicht ganz leicht gewesen. „Dieser Standort hier in Beetzendorf war nie sicher, die Schule war immer zum Abschuss freigegeben“, beschrieb Sabine Hornkohl die Situation, dass die Sekundarschule jahrelang nur eine Ausnahmegenehmigung am Leben hielt. Wenn der Standort nicht 2015/16 endgültig festgeschrieben worden wäre, „wäre die Schule längst platt gewesen“. So aber stehe sie heute besser da als jemals zuvor. „Wir haben über 40 Kinder in den fünften Klassen und das in Anbetracht des Gymnasiums im gleichen Ort“, berichtete Hornkohl. Und mit mehr als 340 Schülern insgesamt habe man auch die Schallmauer geschafft, ohne Ausnahmegenehmigungen existieren zu können. Zudem könne man jetzt in einem freundlichen, hellen Schulhaus lernen – Ergebnis der Sanierungsarbeiten, für die die Sekundarschüler ein Jahr lang nach Klötze pendeln mussten. „Das war keine einfache Zeit, aber wir haben es geschafft“, erinnerte sich Sabine Hornkohl.

Dass sie am Ende ihres Berufslebens ein „gut bestelltes Haus“ übergeben kann, sei nicht allein ihr Verdienst. „Als Schulleiter braucht man ein Team, in dem ein Rädchen in das andere greift“, bedankte sie sich bei ihren Kollegen – auch denen, die bereits vor ihr in den Ruhestand verabschiedet wurden –, den Schulsozialarbeitern und übrigen Schulmitarbeitern, aber auch den Verantwortlichen beim Kreis und in der Schulbehörde.

Job war nie nur ein normaler Arbeitsplatz

Es sei wichtig, dass die Schule, die mit der Dährer Sekundarschule zusammengelegt und künftig von Ines Kausch geleitet wird, auch zukünftig erhalten wird. Mit dieser Schülerzahl würden die Wege überschaubar bleiben und die Schule könne wie ein Familienbetrieb geführt werden. „Wenn es Probleme gab, konnten wir immer sofort eingreifen. Das ist bei einer Schule mit 800 Schülern nicht möglich“, so Hornkohl.

Ihr Ziel sei es immer gewesen, Bildung zu vermitteln. Und wenn die Schüler – besonders diejenigen aus den drei Kinder- und Jugendheimen der Region – dann ihre Abschlusszeugnisse in den Händen hielten und gut gerüstet ihren Weg ins Leben gingen, habe sie das stets stolz gemacht.

„Ich habe Schule nie nur als Arbeitsstätte angesehen, sondern als einen Ort, an dem Ideale wachsen können“, erklärte die scheidende Schulleiterin.

Die Schüler bildeten ein großes Herz auf dem Pausenhof, um sich von ihrer Schulleiterin zu verabschieden.
Die Schüler bildeten ein großes Herz auf dem Pausenhof, um sich von ihrer Schulleiterin zu verabschieden.
Foto: Sekundarschule/Repro: Walter Mogk. Mogk