Nutzung des ländlichen Weges unklar

Schikanen sollen Raser zwischen Audorf und Siedenlangenbeck ausbremsen

Die Audorfer fordern weiter Maßnahmen zur Unterbindung des Durchgangsverkehrs auf dem ländlichen Weg nach Siedenlangenbeck. Neben einer Sperrung ist jetzt auch der Einbau von Schikanen im Gespräch.

Von Walter Mogk
Maximal mit Tempo 30 darf der Weg von Audorf nach Siedenlangenbeck befahren werden. Doch daran hält sich kaum jemand.
Maximal mit Tempo 30 darf der Weg von Audorf nach Siedenlangenbeck befahren werden. Doch daran hält sich kaum jemand. Foto: Walter Mogk

Beetzendorf/Audorf

Für den ländlichen Weg zwischen Audorf und Siedenlangenbeck gibt es nach wie vor keine Lösung. Während viele Siedenlangenbecker die freie Durchfahrt über die Verbindung in Richtung Beetzendorf möglichst erhalten wollen, fordern die Einwohner von Audorf eine Sperrung für den Durchgangsverkehr. Grund ist vor allem die starke Verkehrsbelastung durch Autofahrer, die den Weg als Abkürzungsstrecke nutzen und dabei mit hohem Tempo durch den Ort fahren. „Die Raserei im Dorf wird immer schlimmer. Es wird nicht mal abgebremst, wenn Kinder zu sehen sind. Da kriegt man Gänsehaut“, berichtete ein Audorfer während der Sitzung des Beetzendorfer Bauausschusses am Donnerstag. Auch von Jugendlichen war die Rede, die sich einen Sport daraus machen, mit ihren Motorrädern mit bis zu 80 Stundenkilometern über die Gehwege zu brettern.

Durchfahrtsverbot war Voraussetzung

Für eine Sperrung des Weges, dessen Förderbindung gerade abgelaufen ist, gibt es aus Sicht der Audorfer gute Gründe. Der Wichtigste: Der Ausbau wurde damals nur unter der Voraussetzung genehmigt, dass lediglich Anlieger, wie der land- und forstwirtschaftliche Verkehr, ihn benutzen dürfen. Das habe die untere Naturschutzbehörde bestätigt, diese Bedingung aber ebenso wie die Gemeinde niemals umgesetzt, hieß es im Ausschuss.

Vor allem aus Naturschutzgründen war die Sperrung für den Durchgangsverkehr gedacht. „Wir hatten hier früher viel mehr Vögel und Niederwild“, erinnerte Audorfs Ratsherr Joachim Pieper. Die seien vor dem vielen Verkehr geflüchtet. „Wir möchten, dass die Natur hier wieder zur Ruhe kommt“, forderte er. Eigeninteressen von Bürgern, die den vermeintlich kürzesten Weg in Richtung Beetzendorf nutzen wollen, müssten da zurückstehen. „Im Übrigen ist man von Siedenlangenbeck aus schneller über die B?248 und Rohrberg in Beetzendorf als über Audorf – wenn man sich auch auf dem Weg an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält“, so Pieper. Auf dem Verbindungsweg gilt zur Zeit Tempo 30.

Wenn ihre Interessen und die der Natur in der als „Natura 2000“-Areal ausgewiesenen Jeetze-Niederung nicht berücksichtigt werden, wollen sich die Audorfer notfalls an die obere Naturschutzbehörde wenden. Von der unteren Naturschutzbehörde, die das Durchfahrtsverbot als Bedingung für den Wegeausbau einst angeordnet, aber nicht durchgesetzt hat, ist keine Hilfe zu erwarten. „Dort heißt es, dass sich die beiden Gemeinden einigen müssen“, berichtete Bürgermeister Lothar Köppe nach Gesprächen mit der Behörde.

Köppe betonte aber auch, dass er „kein Freund einer hundertprozentigen Sperrung des Weges“ sei. Es müsse eine andere Möglichkeit geben, um zu einem vernünftigen Einvernehmen beider Gemeinden zu kommen. Ein Vorschlag: Den Weg für Autofahrer, die schneller als erlaubt von A nach B kommen wollen, so unattraktiv wie möglich machen. Etwa durch versetzte Schikanen oder Aufpflasterungen. „Dann wären die Autofahrer gezwungen, das Tempolimit einzuhalten“, meinte Köppe.

Gemeinde soll Möglichkeiten prüfen

Auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Olms, der an der Sitzung teilnahm, riet der Gemeinde dazu, auf technische Hilfsmittel zur Abwehr der Raserei zu setzen. „Es gibt solche Möglichkeiten, die den landwirtschaftlichen Verkehr nicht behindern, aber dazu führen, dass Autofahrer diesen Weg lieber meiden“, erklärte er. Die Gemeinde solle dies zusammen mit dem Bauamt der Verbandsgemeinde entsprechend prüfen.