Klötze l Die Familien Schröder und König sind sauer auf die Stadtverwaltung von Klötze. Stein des Anstoßes ist ein Test der Standsicherheit von Grabsteinen auf dem Neustädter Friedhof. „Wir haben im Anschluss hieran Schäden an einem unserer Grabmale festgestellt“, heißt es in einem Brief vom Dezember 2017 an Bürgermeister Uwe Bartels. Doch der Streit begann schon Monate zuvor. Im Mai richtete Familie Schröder einen ersten Brief an Bartels, in dem sie Schäden an einem ihrer Grabmale anzeigte, die aus ihrer Sicht „auf die zuvor erfolgten Messungen der durch die Stadt beauftragten Firma zurückzuführen sind“, (Schriftverkehr liegt der Redaktion vor.).

Umgang mit der Grabstätte kritisiert

Für die Hinterbliebenen handele es sich nicht nur um einen beliebigen Sachschaden (Einkerbung 1,5 mal 7 Millimeter, Abplatzung 30 Millimeter lang). „Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass mit dem individuell gefertigten Grabmal unser Ort der Trauer in der Gesamtheit Schaden genommen hat“, schreiben sie.

Von der Stadt wollten die Familien unter anderem wissen, ob die Firma ein selbst konstruiertes und geeichtes Kraftmessgerät für ihre Tests verwendet. Zudem wollten sie klargestellt haben, ob eine Lockerung der Grabsteine durch den Test ausgeschlossen werden kann.

Am 12. Mai erfolgte eine schriftliche Antwort von Ulf Dittfach, Leiter des Ordnungs-amtes. Nicht ausreichend, befanden die Familien. Doch andere Antworten gab es nicht. Nach weiteren Schreiben an die Stadt im Juli und September stellte Gudrun Schröder im Oktober eine Fachaufsichtsbeschwerde beim Landrat. Diese ist mit dem Hinweis abgelehnt worden, dass „ein gesetzwidriges Verhalten der Stadt nicht erkennbar“ sei.

Im Gespräch mit der Volksstimme räumte Ulf Dittfach am Montag ein, dass die Angelegenheit noch nicht vom Tisch ist. „Es spielt aber keine Rolle für die Beurteilung des Schadens, welches Gerät beim Test verwendet wurde“, sagte er. Dabei handele es sich um ein Gerät von einem Messgerätehersteller, das von der mit den Tests beauftragten Firma verbessert worden sei. „Es gibt jetzt zusätzlich einen Warnton aus. Damit wird eine Lockerung des Grabsteins praktisch unmöglich“, erklärte Dittfach. Zulässig sei sogar eine Handprüfung, wobei die Gefahr eines fehlerhaften Tests ungleich höher sei. Einen pauschalen Vorwurf, erst der Test hätte den Stein gelockert, weist er von sich: „Für jeden Grabstein gibt es ein Protokoll. Bei dem betreffenden Grabmal betrug der gemessene Wert 136 Newton zu einem Sollwert von 500 Newton.“ Heißt: Bei 136 Newton begann das Grabmal zu kippen, 500 Newton hätte es aushalten müssen. Und: „Wo der minimale Schaden an dem Stein zu sehen ist, wird das Messgerät gar nicht angesetzt.“

 Auch den Vorwurf eines pietätlosen Umgangs der Firma lässt er nicht gelten: „Dafür gibt es kein Indiz.“ Zudem sei es kein Problem, wenn es nachgewiesenermaßen bei dem Test zu einem Schaden gekommen wäre. Dafür seien die Firma und die Stadt versichert. Dittfach sagte zu, sich erneut mit den Familien in Verbindung zu setzten: „Das wird zu Ende geführt.“