Klötze l Was in Teilen von Quarnebeck und Böckwitz schon passiert ist, soll künftig in allen Ortsteilen der Stadt Klötze zur Realität werden: eine neue Straßenbeleuchtung. Diese soll moderner werden und letztlich auch billiger im Unterhalt. Vorgesehen ist eine Umrüstung auf LED-Technik. Wie das Ganze vonstatten gehen könnte, darüber hatte sich der Stadtrat bereits am 4. März von Abgesandten der E-Con GmbH sowie der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA) informieren lassen.

Zwei Varianten zur Auswahl

Vorgestellt wurden damals zwei Modelle. Eines davon wurde als „Contracting“ (abgeleitet vom englischen contract, zu deutsch: Vertrag) bezeichnet. Dabei wird die Modernisierung der Straßenbeleuchtung samt anschließender Wartung komplett in die Hände eines Unternehmens gegeben. Im Falle der Stadt Klötze wären dafür bei einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren etwa 980 000 Euro fällig, erfuhren die Stadträte. Der relativ hohe Preis kommt dadurch zustande, weil sich der Vertragspartner das Risiko etwaiger Aufwendungen bezahlen lässt. Vorteil: Die Stadt Klötze hätte mit der Straßenbeleuchtung nichts zu tun und würde im Vergleich zu den aktuellen Ausgaben – allein der Strom kostet pro Jahr rund 150 000 Euro – mehr als 50 000 Euro per annum sparen.

Deutlich günstiger wäre es aber, wenn sich die Stadt Klötze selbst um alles kümmern würde. In diesem Falle, so hieß es bei der Präsentation, müsste mit Kosten in Höhe von rund 829 000 Euro gerechnet werden, das sind knapp 150 000 Euro weniger als beim Contracting. Der Nachteil: Ist eine Lampe kaputt, muss jedes Mal die Stadt Klötze aktiv werden und gegebenenfalls eine Firma mit der Reparatur beauftragen. Das kann auf Dauer ganz schön aufwendig sein.

Zusammengefasst hat die Stadt Klötze also zwei Möglichkeiten: abgeben oder selber machen. Wie Bürgermeister Uwe Bartels nach der Stadtratssitzung im März gesagt hatte, wolle die Verwaltung zunächst mit den Fraktionsvorsitzenden sprechen, bevor eine Entscheidung gefällt werde. Aber hat es diese Unterredung überhaupt gegeben? Oder wurde die UWG außen vor gelassen?

UWG ist verwundert und enthält sich

Zumindest zeigte sich Fraktionsvorsitzender Marco Wille bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses ziemlich überrascht, dass in der Beschlussvorlage das Contracting auftauchte. „Wurde das von der Verwaltung so entschieden?“, fragte Wille verwundert.

Sachgebietsleiter Gordon Strathausen antwortete, dass die zweite Variante, also die Eigenbeschaffung, in den Überlegungen nicht weiter verfolgt worden sei.

Wille mahnte, dass vorher gründlich geprüft werden sollte, welches Modell das bessere sei. Seiner Ansicht nach würde es im Zuge des Contractings erst in einigen Jahren zu Einsparungen kommen. „Aber wenn wir das mit dem eigenen Geld durchführen, ist sofort eine Einsparung merkbar.“

Henry Hartmann (CDU) hielt dagegen und wies unter anderem auf die viele Arbeit hin, die auf die Stadt Klötze zukäme. „Ich frage mich, wer das leisten soll“, sagte er.

Bei zwei Enthaltungen von Marco Wille und Matthias Licht (beide UWG) stimmte der Hauptausschuss der Beschlussvorlage zu. Demnach soll die Straßenbeleuchtung im Rahmen des „Einspar-Contractings“ umgerüstet werden. Die Verwaltung wird beauftragt, die erforderlichen Schritte mit der LENA abzustimmen und die Maßnahme umzusetzen.

Jetzt ist am Mittwochabend der Stadtrat am Zug.