Schwiesau l Der Terror in Schwiesau geht weiter: Seit einigen Jahren ist das Grundstück eines Ehepaares im Dorf immer wieder Ziel von Angriffen. Mehrmals wurden dort Nägel verschüttet. Auch Asche wurde ausgekippt. Glühbirnen zerplatzten auf der Einfahrt (Volksstimme berichtete). Vor einigen Monaten hatte sich der Schwiesauer Ortschaftsrat erstmals eingeschaltet und öffentlich über die Vorkommnisse berichtet, um eine Lösung zu finden. Doch bislang brachten die Bemühungen scheinbar keinen Erfolg, kürzlich kam es wieder zum „Unfassbaren“, wie Ortsbürgermeister Manfred Hille während der jüngsten Sitzung des Gremiums mitteilte: „Die vermeintlichen Täter, die vermeintliche Täterin beziehungsweise der vermeintliche Täter warfen wieder Gegenstände, wie zum Beispiel Nägel, über das Tor des seit mehr als drei Jahren terrorisierten Paares aus Schwiesau.“

Anzeigen haben nichts bewirkt

Die Geschehnisse in dem Dorf mit knapp 320 Einwohnern würden ihn nachdenklich stimmen, traurig und sogar wütend machen, sagte Hille. „Es geht darum, dass unser Dorffrieden weiterhin boshaft gestört wird“, machte er deutlich. Anzeigen, die die Geschädigten erstatteten, hätten bislang nichts bewirkt, erinnerte der Ortsbürgermeister. „Vielleicht hilft wirklich nur die Aufstellung einer Bürgerwehr, die nächtliche Kontrollgänge durchführt“, nannte Manfred Hille einen möglichen Lösungsansatz.

In der Auseinandersetzung spielt auch der Lastwagen, mit dem der terrorisierte Ehemann als Kraftfahrer am Wochenende ins Dorf kommt, eine Rolle. Das Fahrzeug, das auf dem Gelände eines Landwirtschaftsbetriebes parkt, wurde in der Vergangenheit ebenfalls mehrfach beschädigt. Unter anderem waren einmal die Bremsschläuche durchgeschnitten. „Dreimal das Pedal treten und man kann nicht mehr bremsen“, beschrieb der Ehemann die möglichen fatalen Folgen, die zerschnittene Bremsschläuche beim Lkw haben können.

Lkw mit Kamera überwacht

Gemeinsam mit seiner Frau, beide leben seit Oktober 2016 in Schwiesau, schilderte er während der Sitzung, was das Paar durchmachen muss. Zum ersten Mal äußerten sie sich öffentlich, nachdem sie bereits im März im Gespräch mit der Volksstimme von den Angriffen berichtet hatten. Die Anzeige wegen der kaputten Bremsschläuche sei wegen Nichtigkeit eingestellt worden, wie es in der Sitzung hieß. Um solche Angriffe auf den Laster in Zukunft zu verhindern, werde das Fahrzeug nun permanent von einer Kamera überwacht. „Da geht er bis jetzt nicht mehr ran“, so der Ehemann.

„Er“, das ist der vermeintliche Täter, der in dem kleinen Dorf bereits in den Fokus gerückt ist. Unter anderem existiert ein Video von einem der nächtlichen Asche-Angriffe, auf dem der Angreifer zu sehen ist. Nach allem, was man im Ort höre, soll der vermeintliche Täter in den vergangenen Jahren wohl auch schon mit anderen Einwohnern aus dem Dorf „rumgestänkert“ haben, berichtete der Ehemann.

Rückblick: Der Schwiesauer, den man als Verantwortlichen im Visier hat, hatte sich vor einiger Zeit bei der Klötzer Verwaltung beschwert, nachdem der Ortschaftsrat in der Angelegenheit aktiv wurde. Elke Beneke und Guido Genze, die beiden weiteren Mitglieder des Ortschaftsrates, sprachen daraufhin mit dem Einwohner. Jedoch ohne Ergebnis.

Der Täter schrecke auch nicht vor dem Bewegungsmelder am Haus der Geschädigten zurück, wie zu hören war. Einmal habe er kurz nach 6 Uhr Schrauben über den Zaun geschmissen. Eigentlich wollte das Paar sein Haus streichen, doch ob das bei den Asche-Angriffen Sinn macht? Es sei nicht normal, dass man sie weiter tyrannisiere, wie es hieß. „Irgendwas muss es doch geben, es kann nicht sein, dass uns die Hände gebunden sind“, fügte die Ehefrau mit Blick auf die erfolglosen Anzeigen hinzu. Manfred Hille kündigte an, sich mit der Sachgebietsleitung im Klötzer Ordnungsamt in Verbindung setzen zu wollen. Vielleicht könne man dort helfen, so der Ortsbürgermeister.