Nesenitz l Im Bereich der Stadt Klötze wollen es immer weniger Bürger hinnehmen, dass die Landschaft mit Müll verschandelt wird. In Hohenhenningen, Jahrstedt oder Trippigleben organisieren die Feuerwehren schon seit Jahren spezielle Umwelttage, an denen der Müll aus den Straßengräben gefischt wird. Zuletzt zogen die Wenzer nach. Und am Sonnabend veranstalteten nun auch die Nesenitzer einen Umwelttag. Treffpunkt war um 9 Uhr an der Kirche.

„Uns ist aufgefallen, dass die Straßengräben ziemlich vermüllt aussehen. Das fällt einem sofort ins Auge. Dagegen wollten wir etwas unternehmemen“, erklärte Organisator André Schwerin den Hintergrund der Aktion. „Außerdem hatten wir in diesem Jahr kein Osterfeuer. Da ist das eine gute Möglichkeit, um mal wieder zusammenzukommen.“

Dass etwas gefunden wird, davon war Schwerin überzeugt. „Man sieht ja leider oft genug die Autos am Straßenrand stehen. Da wird dann einfach der Müll abgeladen.“ Bisweilen führen die Frevler aber auch in den Wald hinein, um nicht entdeckt zu werden. Schwerin findet es merkwürdig, welche Mühen und Risiken diese Leute auf sich nehmen, anstatt den Müll einfach bei der nächsten Deponie abzugeben.

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Halbes Badezimmer mit Schrank und Waschbecken

Am Sonnabend teilten sich die Nesenitzer in Gruppen auf und schwärmten in alle Himmelsrichtungen aus, um entlang der Wege und Straßen den Müll einzusammeln. Dazu waren vorher extra Greifzangen gekauft worden. „Die werden gesponsert“, freute sich die Runde.

Nach knapp zweistündiger Arbeit war das Werk getan. „Leider erfolgreich“, wie Schwerin mit Blick auf den randvollen Anhänger einschätzte. Etliche Säcke voller Müll, der zum Teil vielleicht schon über Jahre in der Gemarkung gelegen hatte, wurden eingesammelt. Darunter befanden sich diverse Tüten und Beutel, Kunststoffe, Dachrinnen, Schnapsflaschen, Reifen, Benzinkanister, Metallgegenstände, Staubsaugerteile, ein Fernseher, ein halbes Badezimmer mit Waschbecken und Spiegelschrank und sogar ein fast neues Handy, das nun im städtischen Fundbüro abgegeben werden soll.

Dass so viel Müll zusammenkommt, damit hätte Schwerin dann doch nicht gerechnet. „Ich bin wirklich erschrocken. Auf einer Ecke“, in einem Waldstück nahe der Kreisstraße in Richtung Immekath, „lag im Umkreis von zehn Metern alles voll.“ Über eine solche Dreistigkeit und Unvernunft „kann man nur mit dem Kopf schütteln. Was geht nur in diesen Leuten vor?“, fragte er sich.

Immerhin hatte der Umwelttag der Nesenitzer auch etwas Gutes. Rundum herrscht nun wieder Ordnung. „Und für die Kinder war es ein Erlebnis, weil Wildschweine und Rehe unseren Weg gekreuzt haben“, wie Schwerin sagte.

Einwohner wollen Augen noch mehr offen halten

Im Anschluss trafen sich die Helfer noch bei ihm und seiner Familie, um die Aktion bei Bockwurst und Getränken auszuwerten. Fest steht: „2020 gehen wir wieder los. Dann können wir auch genau sehen, was innerhalb eines Jahres zusammengekommen ist. Hoffentlich ist es dann nicht mehr so viel.“

In Zukunft, so kündigte André Schwerin an, wollen die Nesenitzer noch mehr aufpassen, sich die Kennzeichen von verdächtigen Fahrzeugen notieren oder die Fahrer direkt ansprechen.

Der Müll, den sie eingesammelt haben, wird demnächst ordnungsgemäß entsorgt. „Die Stadt hat uns zugesichert, den Müll abzuholen“, bedankte sich Schwerin.