Wenze l „Es ist einfach erschreckend, was in den Gräben alles herumliegt“, sagte Silke Deter am Sonnabend vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Wenze. Dort trafen sich mehr als 20 Freiwillige zum ersten Umwelttag des Dorfes. Die jüngsten Teilnehmer waren die fünfjährigen Oskar Lilje und Ben Täger. Gemeinsam wollten sie anderen Initiativen, die es im Bereich der Einheitsgemeinde Stadt Klötze bereits gibt, nacheifern und rundum für Ordnung sorgen. „Schön, dass ihr alle da seid“, begrüßte Guido Ostermann die Helfer. Extra für den ersten Umwelttag waren Einladungen in die Briefkästen gesteckt worden.

„Das ist unsere Natur und unsere Heimat. Wir wollen unseren Beitrag für eine saubere Umwelt leisten und anderen ein Vorbild sein“, erklärte Silke Deter. Genauso sah das auch Manuela Teichmann, die sich einen bundesweiten Aktionstag wünschte. „Es muss mehr geben, die mitmachen“, forderte sie. Das ganze Land sollte sich engagieren.

Waschmaschine und Reifen

Die Wenzer zogen sich Warnwesten an, schnappten sich Greifzangen und Müllsäcke und teilten sich in mehrere Gruppen auf. Die einen gingen Richtung Quarnebeck, die anderen Richtung Trippigleben. Auch in Richtung Kusey und Klötze schwärmten die Trupps aus und machten auch vor den Gemarkungsgrenzen nicht Halt. Sogar am Ziß-Parkplatz waren die Wenzer unterwegs.

Alles in allem dauerte die Aktion von 15 bis 18 Uhr, also drei Stunden lang. Es kamen 25 Müllsäcke zusammen. „Schlimmer als befürchtet“, bilanzierte Guido Ostermann auf Nachfrage der Volksstimme. Vor allem Plastik, aber auch Glas und Sperrmüll wurden gefunden, darunter sechs Reifen und die Reste einer Waschmaschine, dazu 30 Silikon-Dosen am Neuferchauer Weg und ein Camping-Zelt an der Klötzer Straße.

„Traurig“, so das Fazit von Ostermann. Allein für das kurze Stück vom Ziß-Parkplatz bis zur Kreuzung brauchte man eine Stunde, um den ganzen Unrat aufzusammeln. Ein erschütterndes Ergebnis: „Dass so viel zusammenkommt“, berichtete Ostermann, „hätten wir nicht gedacht.“ Er und alle anderen Helfer, die sich im Anschluss noch zu einem gemütlichen Beisammensein am Dorfgemeinschaftshaus einfanden, sind entsetzt und hoffen, dass die aufgeräumte Landschaft nicht gleich wieder verschandelt wird.

Ostermann machte deutlich, wie enttäuscht die Wenzer darüber sind, dass so viel Müll mutwillig hinterlassen wird. „Wir wünschen uns, dass die Gesellschaft vernünftiger wird und die Umwelt nicht beschmutzt.“ Schließlich kann der gesamte Unrat über die Abfallentsorgung legal abgegeben werden.

Fest steht, dass der Wenzer Umwelttag keine Eintagsfliege gewesen sein soll. Vielleicht noch im Laufe dieses Jahres, auf jeden Fall aber 2020 soll es eine Neuauflage geben, kündigte Ostermann an. „Dann aber ein bisschen eher, wenn die Vegetation noch nicht so weit vorangeschritten ist.“