Klötze l Insgesamt 601 Wohnungen hatte die Wohnungsbaugenossenschaft Ende 2016 im Bestand – also genauso viele wie noch 2015. Davon waren 151 nicht vermietet. Als Konsequenz aus dem Leerstand, der damit knapp 25 Prozent beträgt, soll gegen Jahresende der Wohnblock An der Wasserfahrt 34 bis 38 abgerissen werden, was den Bestand um 50 Einheiten reduzieren wird, wie auf der Mitgliederversammlung der Wohnungsbaugenossenschaft Klötze am Donnerstagabend berichtet wurde. „Der weitere Abbau von Wohnungsüberbeständen wird auch zukünftig eine wesentliche Rolle innerhalb der Genossenschaft einnehmen“, sagte Geschäftsführerin Heike Meise. Bei der Zusammenkunft blickte sie für die anwesenden Mitglieder auf das Jahr 2016 zurück und nannte Ziele für die Zukunft.

40 Verträge geschlossen

„Die wirtschaftliche Entwicklung der Wohnungsbaugenossenschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr gestaltete sich schwierig“, fasste Heike Meise die Lage am Anfang ihres Berichtes zusammen. Als Gründe nannte sie die angespannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der westlichen Altmark sowie die Arbeitslosigkeit, die in der Region über dem Bundesdurchschnitt liege. Auch die demografische Entwicklung mache sich bemerkbar. Insgesamt, so Meise, gebe es ein Überangebot an einfachen Wohnungen, die sich oft in den oberen Etagen der Häuser sowie in weniger beliebten Vierteln befänden. Die Nachfrage sei gering, die Wünsche speziell. Gesucht würden häufig seniorengerechte Wohnungen mit Balkon.

530 Mitgleider

Diese Frage wird wohl eine wichtigere Rolle spielen. „Der Altersdurchschnitt unser Mitglieder mit Wohnraum lag am 31. Dezember 2016 bei 57,24 Jahren“, berichtete Meise. Bis zu diesem Stichtag zählte die Genossenschaft 530 Mitglieder – und damit 17 weniger als noch 2015.

Trotz allem erzielte die Genossenschaft im Vorjahr einen Zuwachs bei den Mieteinnahmen um knapp 89.000 Euro. Dieses Ergebnis resultiere zum einen aus einer Grundmietenerhöhung, die auf Grundlage eines Mietwertgutachtens erhoben wurde. Einen Anteil an dem Plus hätten aber auch die Umlagen der Mieter, die nach Modernisierungen erfolgten. So wurden etwa Am Hegefeld 18 bis 20 Balkone an- und die Bäder umgebaut, wie Meise berichtete.

Fördermittel für Abriss

Im Vorjahr wurden 40 Mietverträge geschlossen und 67 gekündigt. „Die vermietungsbedingten Leerstände nahmen gegenüber dem Vorjahr um 27 Wohnungen zu“, sagte die Geschäftsführerin.

In die Pflege und Modernisierung des Bestandes investierte die Genossenschaft 2016 rund 790.000 Euro. Für 272.000 Euro wurden Balkone angebaut und die Gebäude mit Wechselsprechanlagen ausgestattet.

Auf Wünsche eingehen

Für das laufende Jahr plane die Genossenschaft, rund 360.000 Euro für Instandhaltung und Modernisierung zu investieren. Weitere Kosten verursache der Abriss des Blocks An der Wasserfahrt. Neue Wohnungen für die Mieter müssten hergerichtet werden. Eingeplant seien dafür rund 239.000 Euro. Der Abriss selbst werde wohl mit 226.000 Euro zu Buche schlagen, als Fördermittel sollen gut 170.000 Euro fließen. Erfolgen solle der Abriss aus heutiger Sicht gegen Ende des Jahres 2017 oder Anfang 2018.

„Für 2017 erwarten wir nach vorsichtiger Schätzung einen Jahresfehlbetrag von 2900 Euro“, erklärte Heike Meise. Bestandsgefährdende Risiken seien derzeit nicht erkennbar.

Auch in Zukunft wolle man bei Neuvermietungen versuchen, die Wünsche der Neumieter zu erfüllen. Häufig werde der altersgerechte Umbau bestehender Wohnungen nachgefragt. „Um ein möglichst langes Verbleiben unserer Mitglieder in ihren Wohnungen zu gewährleisten, kommen wir dem Wunsch gerne nach, soweit uns nicht die bestehende Bauphysik Grenzen aufzeigt“, so Meise.