Klötze l Weglaufen war zwecklos. Auch der Sprung ins Becken, um den Häschern davonzuschwimmen, brachte keinen Erfolg. Irgendwann packten die Verfolger jeden, der für Neptuns Reich auserkoren war. Da der Senior selbst am Tag des Klötzer Waldbadfestes nicht konnte, schickte er seinen Sohn. Vor dem grünen Herrscher, der in einem Boot saß, das im Becken des Klötzer Waldbades schwamm, mussten die auserwählten Mädchen und Jungen niederknien und die Taufe über sich ergehen lassen. Dazu gehörte auch, einen großen Schluck der Brühe zu nehmen, die unter anderem mit den Zutaten Wasser, Cola und Ketchup zusammengerührt worden war. Anschließend gab es Schlagsahne ins Gesicht und natürlich einen neuen Namen. „Tümpelkröte“ oder „Quasselnde Kaulquappe“ heißen einige von ihnen fortan. In hohem Bogen wurden die Kinder und Jugendlichen nach der Prozedur von den Häschern ins Wasser geworfen.

Die Neptuntaufe war einer der Höhepunkte beim diesjährigen Waldbadfest in Klötze, zu dem am Sonnabend eingeladen wurde. Auf die Beine gestellt wurde das Familienfest vom Team der Klötzer Wasserwacht des DRK um LeiterinMonika Gille. Die Stadt Klötze hätte bei den Vorbereitungen am wenigsten zu tun gehabt, lobte Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps in seinem Grußwort zur Eröffnung. Er hoffe, dass solch ein Fest jährlich stattfindet. Mit im Boot saßen bei der diesjährigen Ausgabe viele Vereine und Einrichtungen aus Klötze. So waren beispielsweise der Förderverein Tiergehege und Streichelzoo Klötze, die Fußballer und Kraftsportler des VfB 07 Klötze, die Kampfsportler aus Klötze, der Jugendklub Corner und die Evangelische Familienbildungsstätte (EFA) mit Ständen vertreten.

Aus dem Wasser gezogen

Diese bildeten auch die Stationen beim Parcours, den die kleinen und großen Besucher absolvieren konnten. Dafür gab es Laufzettel, die nach dem erfolgreichen Besuch der Stationen abgezeichnet wurden. Das war der Fall, wenn etwa ein Seil mit Muskelkraft an alten Maschinen gedreht wurde. Die Kampfsportler hatten eine gut 30 Meter lange Rutschbahn angelegt, über die Mädchen und Jungen auf dem Bauch liegend schlitterten. Fußball-Golf konnte ein paar Meter weiter gespielt werden. Dabei galt es, mit dem Fuß einen Ball in einem von vier Erdlöchern zu versenken.

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Zum Programm gehörte ebenfalls ein Beachvolleyball-Turnier, bei dem elf Teams antraten. Den ersten Platz sicherte sich schließlich die Mannschaft „Vier Fäuste“ mit Spielern aus Klötze und Braunschweig. Zweite wurden „Chaos am Netz“ (Gardelegen), Platz drei ging an „Favoritenschreck“ (Gardelegen und Leipzig). Beim Wettbewerb der Kraftsportler zeigte Alexander Ferchau die beste Leistung und setzte sich unter den mehr als 30 Teilnehmern durch. Beim Gewichtheben war Kraftausdauer gefragt, mit 101 Wiederholungen holte er sich den Pokal. Die Wasserwacht zeigte, wie Ertrinkende gerettet werden, indem sie etwa von Helfern an einer Leine ans Ufer gezogen werden.

Vereine und Stadt unterstützten

Begonnen habe man mit den Vorbereitungen für das Fest im Mai, sagte Monika Gille und erinnerte daran, dass 2018 groß das 90-jährige Bestehen des Waldbades gefeiert wurde. Im Frühjahr hätten sie nun wieder Leute angesprochen und gefragt, ob es 2019 erneut ein Fest geben wird. Irgendwann habe sie bei den Vereinen der Stadt vorgefühlt, ob diese sich bei einem neuen Waldbadfest beteiligen würden. Die hätten ihre Unterstützung zugesagt. Von der Stadt gab es ebenfalls grünes Licht. Und es hat sich gelohnt. Denn nachdem die Regenwolken am Sonnabendnachmittag, die für reichlich Nässe von oben sorgten, verschwunden waren, füllte sich das Gelände an der Schützenstraße mit immer mehr kleinen und großen Besuchern. Getanzt und gebadet wurde bis in die späten Abendstunden hinein.