Steimke l Die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kunrau haben sich am Donnerstagabend im Steimker Saal versammelt. Vorsitzender Gerhard Fiebig begann seine Ausführungen mit einer erfreulichen Nachricht. So liege die Förderrichtlinie des Landes jetzt als Gesetz vor. Demnach sei die Mobilisierungsprämie für die nächsten zehn Jahre und damit auch die Existenz der FBG gesichert.

„Unwahrscheinliches Glück“, so betonte Fiebig, habe man 2017 auch bei den Stürmen gehabt. Es seien nämlich nur geringe Schäden zu verzeichnen gewesen. Er appellierte aber an die Waldbesitzer, die herumliegenden Bäume schnellstmöglich zu beseitigen, um dem Borkenkäfer keine Brutplätze zu schaffen.

Normaler Holzeinschlag

Auch auf den stellenweise „katastrophalen“ Zustand der Wege ging der Vorsitzende ein. Ursächlich dafür sei, dass es zwischen Oktober und Januar quasi jeden Tag geregnet habe. Schwere Technik sei in diesem Zeitraum aber nicht in den Wäldern unterwegs gewesen. Die Schuld sei also bei anderen zu suchen. Zudem gebe es mit den Lohnunternehmen die klare Vereinbarung, dass diese ihre Schäden gleich wieder beseitigen.

Der Holzeinschlag sei 2017 mit 3149 Festmetern im normalen Rahmen geblieben. „Wir haben in allen Sortimenten bessere Preise erzielen können“, berichtete Fiebig. Er fügte hinzu: „Jeder der durchforsten oder einen Kahlschlag machen will, wird gut bezahlt.“

Zertifizierung wird angestrebt

Außerdem beschäftigte sich die Runde mit „richtungsweisenden“ Themen. Erstens: Die PEFC-Zertifizierung. Das Kernziel, so informierte Fiebig, bestehe darin, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften. Auf die Gesundheit, Vielfalt und Vitalität des Waldes solle besondere Rücksicht genommen werden.

Dementsprechend gebe es gewisse Auflagen. Beispielsweise sei ein flächiges Befahren des Waldes zu unterlassen. „Wenn man aber im Winter einen umgekippten Baum aufarbeiten will, dann geht das natürlich“, beruhigte der Vorsitzende. „Es geht nur darum, das Hin- und Hergondeln in Grenzen zu halten.“ Alles, was gefordert werde, sei in der FBG ohnehin schon gängige Praxis, betonte Fiebig. Etwa, wenn es darum geht, Mischbestände aufzubauen, umweltfreundliche Ketten-Öle zu verwenden, auf Düngemittel zu verzichten oder nur Nadelbaumbestände als hiebreif zu betrachten, die älter als 50 Jahre sind.

Höhere Holzpreise

Ein großes Plus der PEFC-Zertifizierung, für welche die FBG übrigens am 23. Oktober 2017 den Antrag gestellt und wenige Wochen später die Urkunde erhalten hat, sei, dass höhere Holzpreise erzielt werden können, weil die Abnehmer dazu übergingen, nur noch zertifiziertes Holz aufzukaufen. Noch dazu erfahre man von Behörden eine bevorzugte Behandlung, zählte Fiebig die Vorteile auf. In trockenen Tüchern sei die Zertifizierung aber noch nicht. Denn: „Der Vorstand wird nichts gegen euren Willen machen“, unterstrich der Vorsitzende, betonte aber: „Der Trend geht zur Zertifizierung. Daran werden wir nicht vorbeikommen.“ Die FBG-Mitglieder sahen das genauso und stimmten einstimmig dafür.

Zweites Thema war die Forsteinrichtung. Hierbei, so Fiebig, gehe es darum, dass von jedem Waldgrundstück ein Gutachten erstellt wird. Dazu würden die Flächen aus der Luft und auch vom Boden aus analysiert. Heraus käme eine Mappe mit vielen Fakten wie dem Alter der Bäume sowie Handlungshinweise, die aber nicht verpflichtend seien. Försterin Diana Fiedler erwähnte, dass ihr die Arbeit dadurch enorm erleichtert würde. Und für den Fall, dass man seinen Wald veräußern wolle, habe der Käufer alle nötigen Informationen auf einem Blick, ergänzte Vorstand Karsten Rose. Die Mappe hätte jeden Waldbesitzer 50 Euro gekostet. Fiebig schlug aber vor, dass die FBG sämtliche Kosten übernimmt. Letztlich wurde auch die Forsteinrichtung einstimmig beschlossen.

Eine Änderung im Vorstand

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Wahl des Vorstandes. Hier wirkt Gerhard Fiebig bereits seit dem 3. März 1999 mit und von Anfang an als Vorsitzender, wie sein Stellvertreter Henry Hartmann mit Lob und Dank erinnerte. 2017 hatte Fiebig seinen Abschied angekündigt. Nun ließ er sich aber doch zum Weitermachen überreden.

Der Vorstand wurde von den FBG-Mitgliedern einstimmig gewählt und bleibt – bis auf den Rückzug von Beisitzer Udo Gädicke – unverändert. Vorsitzender ist Gerhard Fiebig, sein Stellvertreter ist Henry Hartmann, Schriftführer ist Karsten Rose und die Beisitzer heißen Rüdiger Drefenstedt, Thomas Günther und Christian Haeweker. „In vier Jahren muss aber definitiv ein anderer das Ruder übernehmen“, sagte Fiebig.