Klötze/Berlin l Unter großem Medieninteresse wurde die in der Vorwoche im Klötzer Landesforst geschlagene Hemlocktanne (Volksstimme berichtete) am Sonnabend vor dem Bundesratsgebäude an der Leipziger Straße in Berlin aufgestellt. Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks (THW) Magdeburg und Staßfurt brachten die fast zehn Meter hohe Hemlocktanne in den Morgenstunden von Staßfurt mit einem Tieflader in die Bundeshauptstadt. Der Transport verlief ohne Vorkommnisse, bestätigte Thoralf Tögel von der Magdeburger Staatskanzlei. Er leitete gemeinsam mit Uwe Kretzschmer vom THW Sachsen-Anhalt den über dreistündigen Transport von Sachsen-Anhalt nach Berlin.

In der Bundeshauptstadt bekamen die Sachsen-Anhalter beim Baumaufstellen Unterstützung von ihren Berliner Kameraden. Sie haben im Laufe der Jahre genügend Erfahrung, was diese Thematik betrifft. Am Montag wurde die nicht alltägliche Hemlocktanne aus dem Klötzer Landesforstbetrieb dann mit einer Lichterkette sowie anderen Dekomaterialien geschmückt, und zum Abend erfreute sie die Einheimischen und ihre Gäste.

Nicht nur der Weihnachtsbaum für das Bundesratsgebäude kommt in diesem Jahr aus Sachsen-Anhalt. Auch die Tanne vor dem Reichstag. Die lieferten die Forstleute und THW-Helfer aus dem Landkreis Harz. Der Grund, dass die beiden Weihnachtsbäume in diesem Jahr aus dem hiesigen Bundesland kommen, ist, das Sachsen-Anhalt seit 1. November mit Ministerpräsident Reiner Haseloff den Vorsitz im Bundesrat für ein Jahr übernommen hat. „Alle 16 Jahre dürfen wir einen Weihnachtsbaum nach Berlin liefern“, merkte Uwe Kretzschmer vom THW Sachsen-Anhalt dazu an.

Aus diesem Grund wurde in der Vorwoche die seltene Hemlocktanne von Forstwirt Hans-Georg Stegert im Klötzer Landeswald gefällt und dann mit Unterstützung von mehreren THW-Ortsverbänden per Tieflader nach Staßfurt und am Sonnabend in den frühen Morgenstunden nach Berlin gebracht.

Die Klötzer Forstleute um Revierförster Dietmar Schulze sind besonders stolz, dass die Hemlocktanne für das Gebäude in der Bundeshauptstadt gemeinsam mit den Verantwortlichen der Magdeburger Staatskanzlei ausgesucht wurde. Denn im Klötzer Revier stehen äußerst wenige dieser immergrünen Hemlocktannen. Sie stammen aus Westamerika und werden besonders alt.

„Diese für Berlin ist etwa 20 Jahre alt“, sagt der erfahrene Forstwirt Hans-Georg Stegert nach dem Zählen der Baumringe. Er durfte die Tanne absägen.

In der Regel werden diese seltenen Bäume sogar bis über 1000 Jahre alt. So lange wird der Weihnachtsbaum in der Bundeshauptstadt jedoch nicht zu bestaunen sein. Spätestens Ende Januar wird das Schmuckstück dann wieder von den Ehrenamtlichen des Berliner Technischen Hilfswerks abgebaut.