Klötze/Schwiesau l Deutlich höher als noch 2018 könnte die Zahl der Wildunfälle im Altmarkkreis Salzwedel in 2019 ausfallen. Auf diese Entwicklung wurde beim jüngsten Treffen der Arbeitsgruppe „Wildunfall“ am Dienstagvormittag hingewiesen. Dazu hatten sich Vertreter der Polizei, der Jägerschaft und der Jagdbehörde an der Landesstraße 19 zwischen Klötze und Schwiesau getroffen.

Die Zahlen zu den Unfällen, an denen Wildtiere beteiligt waren, präsentierte Polizist Ray Siebentaler. Mitgebracht hatte er unter anderem eine Statistik für den Altmarkkreis Salzwedel. Im Jahr 2018 habe es demnach auf den Straßen im Kreisgebiet 1209 Unfälle mit Wild gegeben. Im Vergleich zum Jahr 2017 sei das ein leichter Rückgang um neun Unfälle gewesen. Seit drei Jahren bewege sich die Zahl damit auf einem anhaltend hohen Niveau, die Tendenz sei leicht fallend. Die meisten Tiere kollidierten außerhalb von Ortschaften mit Fahrzeugen, 1171 Unfälle waren es im Jahr 2018. Innerorts krachte es 38 Mal bei Zusammenstößen. Dabei wurden drei Menschen schwer und fünf leicht verletzt.

Was bringt die Zukunft?

Im ersten Halbjahr 2019 stieg die Zahl der Wildunfälle im Kreis deutlich an. Zwischen dem 1. Januar und dem 8. Juli wurden 670 Unfälle registriert. Zum Vergleich: 2018 waren es in dem Zeitraum nur 571 Unfälle, wie berichtet wurde. Ein deutliches Plus gab es in der ersten Jahreshälfte 2019 bei den Zusammenstößen mit Rehwild. 504 waren es bislang. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 87 Unfälle weniger. Wenn die Entwicklung anhalte, könnten für dieses Jahr wohl insgesamt rund 1400 Wildunfälle in der Statistik stehen, schätzte Siebentaler.

Konkrete Zahlen wurden bei der Gelegenheit auch für den Abschnitt der Landesstraße 19 zwischen Klötze und Schwiesau genannt. Die Strecke führt auch durch den Wald, dass sie Reh, Wildschwein und Co. begegnen, ist für Autofahrer also nicht unwahrscheinlich. Schon seit Jahren hat die Projektgruppe ein Auge auf diesen Bereich der Landesstraße und wertet die Unfallzahlen aus. In der Vergangenheit wurden auf dem gut viereinhalb Kilometer langen Abschnitt schon verschiedene Versuche gestartet, um die Zahl der Zusammenstöße zwischen Fahrzeugen und Wildtieren zu senken. Angebracht wurden unter anderem spezielle blaue Warnreflektoren an den Leitpfosten. Seit 2017 gilt im Bereich des Waldes ein Tempolimit von 70 Kilometern in der Stunde.

Auf der gesamten Strecke zwischen Klötze und Schwiesau wurden zwischen dem 1. November 2018 und dem 30. Juni 2019 insgesamt vier Wildunfälle registriert. Drei davon ereigneten sich in der Tempo-70-Zone, so Siebentaler. Nach dem Herabsetzen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gab es weniger Wildunfälle. Auf anderen Strecken im Kreis würde es anders aussehen. Die Landesstraße 19 liege nun schon fast unter dem Durchschnitt.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung bezeichnete Jens Mösenthin von der Unteren Jagdbehörde als maßgebendes Element zur Reduzierung von Wildunfällen. Nur leider werde das Tempolimit auf der Landesstraße zwischen Klötze und Schwiesau nur immer für ein Jahr verlängert. Aktuell gelte es bis zum 1. Mai 2020, wie es hieß. „Es ist fraglich, was danach passiert“, so Mösenthin. Ohne Weiteres sei eine dauerhafte Reduzierung des Tempos nicht möglich. Das bestätigte auch Peter Klahs von der Polizei. Laut Straßenverkehrsordnung dürfe außerhalb von Ortschaften Tempo 100 gefahren werden. Nur mit besonderen Gründen lasse sich das einschränken.

Jens Mösenthin regte an, dass sich die Gruppe in Zukunft auf andere Stellen mit erhöhtem Aufkommen von Wildunfällen im Kreis konzentrieren könnte. Die Strecke an der Landesstraße 19 beobachte man ja schon länger. In diesem Jahr sollte sich die Arbeitsgruppe noch einmal treffen, schlug Mösenthin vor. Außerdem wies er darauf hin, dass jeder Verkehrsteilnehmer der einen Wildunfall hat, verpflichtet ist, diesen zu melden.