Magdeburg l Ein Schriftstück, das am Dienstag die Beigeordnetenrunde beim Oberbürgermeister durchlief, birgt noch schlechtere Nachrichten über den aktuellen Zustand der Hyparschale als bisher bekannt. Der Leiter des kommunalen Gebäudemanagements (KGM), Heinz Ulrich, bezieht Stellung zum jüngsten CDU-Antrag auf Sicherung und Erhalt des Baudenkmals auf der Rotehorninsel.

Auch die Fraktion der Linken hatte sich Ende 2015 im Stadtrat für die umgehende Sicherung des Gebäudes eingesetzt, erhielt aber dafür eine Abfuhr vom Oberbürgermeister. Lutz Trümper stellte klar, ohne eine sichere Nachnutzung kein Geld ins Objekt investieren zu wollen. Inzwischen ist es auf Antrag der SPD erneut zum Verkauf ausgeschrieben. Ein Magdeburger Immobilienbüro ist interessiert und plant den Einbau von Bürowürfeln sowie einen öffentlichen Café-Betrieb.

Das an der Hyparschale interessierte Unternehmen, so berichtet Ulrich, hat zu Jahresbeginn eine „Zustandskontrolle“ veranlasst. Dabei kam das gleiche Ingenieurbüro zum Zuge, das bereits anno 2014 im gutachterlichen Auftrag der Stadt den Aufwand allein für die Sanierung der Tragkonstruktion auf vier Millionen Euro schätzte. Erwartungsgemäß förderte die neue Untersuchung fast zwei Jahre später weitere Schäden zutage, so dass sich die Kosten aus Sicht der Gutachter nunmehr auf rund 4,2 Millionen Euro belaufen. Die Ingenieure legten dringend den Einbau eines Stützturms nahe, um weitere Schädigungen an Schalenkonstruktion, Randträgern, Fassaden- und Schrägstützen aufzuhalten. Den Bau des Turms habe das KGM umgehend beauftragt, so Ulrich. Er sei „in Realisierung“.

Sicherheitsdienst

Auf ein weiteres Problem verweist der KGM-Chef: den Vandalismus. Er habe trotz Umzäunung und Hinweisschilder nicht gestoppt werden können. Künftig werde ein Sicherheitsdienst die Halle bewachen.

Seit fast 20 Jahren ist die Hyparschale wegen Baufälligkeit gesperrt. Seit anderthalb Jahrzehnten sucht die Stadt einen Käufer. Schon fünf Ausschreibungen liefen ins Leere. Die Prüfung der Anregung der CDU, für den Fall der weiteren Unverkäuflichkeit der Halle eine kommunale Nachnutzung zu prüfen, lehnt Ulrich mit Verweis auf die laufende sechste Ausschreibung ab.