Lasertag

Lasertag bedeutet so viel wie „mit Licht markieren“. Ziel des Spieles ist es, Teilnehmer mit einem Infrarotsignal zu treffen. Hierfür tragen alle Spieler eine Weste mit Sensoren, die auf aus einem Phaser gesandte Infrarotstrahlen reagieren.

Ein Spiel dauert 12 Minuten und kostet 8,50 Euro pro Person. Bis zu 13 Spieler können in Teams oder einzeln spielen.

Geplant ist auch die Teilnahme an Liga-Spielen und ein Member-Club.

Magdeburgs Lasertag-Anlage „Laser Planet“ eröffnet voraussichtlich am ersten Juni-Wochenende in der Schmidtstaße 59.

Magdeburg l Neongrüne Pfeile weisen den Weg in ein Labyrinth aus schwarzen Wänden, Verstecken und Podesten. Schwarzlichtlampen bringen fluoreszierende Streifen in dem ansonsten dunklen Raum zum Leuchten. Sphärische Musik soll ihm eine futuristische Atmosphäre geben. Nein, an einen Supermarkt erinnert in der 400 Quadratmeter großen Halle an der Schmidtstraße fast nichts mehr.

„Laser Planet“ nennt Marco Hauff Magdeburgs erste Lasertag-Anlage. Sie bietet die Kulisse für eine Trendsportart, die bereits in vielen Großstädten Deutschlands Einzug hielt. Lasertag bedeute so viel wie „mit Licht markieren“, erklärt er.

Aktiv-Spiel mit Lichtstrahlen

Es handelt sich dabei um ein Aktiv-Spiel, bei dem sich Kontrahenten mit Lichtstrahlen treffen müssen. Der Schönebecker benutze in diesem Zusammenhang bewusst nicht das Wort „schießen“. „Wir spielen hier nicht Krieg“, sagt er. Um Vorurteile zu entkräften, werde das Vokabular pazifistisch gehalten. Daher vermeide er auch Worte wie „Waffe oder Pistole“. „Wir markieren mit sogenannten Phasern.“ Ziel sei es, ein Infrarotsignal auf einer gegnerischen Sensorweste zu treffen.

Rund 90.000 Euro hat Marco Hauff in die Anlage, die insgesamt 750 Quadratmeter umfasst, und Ausstattung investiert. Die Eröffnung ist für das erste Juni-Wochenende vorgesehen. Bis dahin gebe es noch eine Menge zu tun. Den gesamten Eingangsbereich gilt es fertigzustellen. Die Bauabnahme stehe noch bevor.

Der Weg dorthin sei nicht leicht gewesen. „Im behördlichen Bereich wird Lasertag schnell als Kriegsspiel abgestempelt und aufs Schießen reduziert.“ Dabei handele es sich um einen Sport, der mitunter sehr schweißtreibend sein kann. Es geht um Schnelligkeit, Taktik und Geschick. „Im Gegensatz zu gesellschaftlich akzeptierten Kontaktsportarten wie Boxen, bei denen es letztlich darum geht, jemanden auszuschalten, sind körperliche Auseinandersetzungen bei Lasertag verboten.“ Die Voraussetzungen, die die Spieler mitbringen, sind uninteressant. „Teamwork und ein gemeinsames Erlebnis stehen im Vordergrund.“

Skeptische Behörden

Behörden stehen Lasertag dennoch skeptisch gegenüber – insbesondere Jugendschützer. Marco Hauff hat für seine Anlage strenge Auflagen bekommen. Keine Militärhandlungen, keine Vermummung, keine realitätsnahe Optik der Lokalität – alles Auflagen, mit denen er konform geht. Geplant hatte er ohnehin eine Anlage im futuristischen Science-Fiction-Stil und nicht im militärischen, wie es sie in Genthin gibt. Selbst die Auflage, dass Phaser keine Waffenoptik haben dürfen, billigt er. „Obwohl jeder Akkuschrauber danach aussieht.“

Doch eine Auflage will er nicht hinnehmen: Das Spielen soll für unter 16-Jährige verboten sein. Und Jugendliche ab 16 sollen bis zur Volljährigkeit nur in Begleitung eines Erwachsenen Lasertag spielen dürfen.

„Das kann ich so nicht akzeptieren“, sagt er. „Jeder 16-Jährige kann ohne Mama Alkohol kaufen, aber Lasertag soll er nur im Beisein der Eltern spielen dürfen?“ Zudem sehe er im Vergleich zur Genthiner Anlage, für die es keine Altersbeschränkung gibt und in der sogar Kindergeburtstage gefeiert werden, einen Wettbewerbsnachteil.

Daher habe er bei der Stadt eine Altersfreigabe ab zehn Jahre beantragt. So alt war in etwa auch sein ältester Sohn, als er das erste Mal in einem Hotel in Tschechien mit ihm in einer Lasertag-Anlage war. „Insbesondere meine Frau war damals sehr skeptisch und wollte das nicht. Am Ende haben wir es alle gespielt. Es war unglaublich mitreißend“, erinnert er sich.

Idee im Urlaub geboren

In diesem Urlaub sei auch die Idee geboren worden, in Magdeburg eine Lasertag-Anlage zu eröffnen. Als Elektrikermeister habe er sich schon immer für Technik interessiert. Auch die sportliche Leidenschaft bringe er von Berufs wegen mit. Hauff war Inhaber mehrerer Fitnessstudios in Calbe, Schönebeck, Staßfurt und Magdeburg. Mit der Lasertag-Anlage habe er sich einen Traum erfüllt – Sport und Technik zu vereinen.

Übrigens: Hauff plant auch eine Billard-Fußball-Anlage. Auf einem überdimensionalen Billardtisch gilt es, Bälle wie beim Billard zu versenken. Zur Eröffnung werde diese jedoch noch nicht fertig sein, bedauert er.