Magdeburg l  „Seine Königliche Hoheit Georg Friedrich Prinz von Preußen, der Chef des Hauses Hohenzollern und Ururgroßenkel des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm II., wird bei uns zu Gast sein“, freut sich Jens Hitzeroth, technischer Leiter des Magdeburger Rennvereins. Der Kaiser-Nachfahre habe sich für den Jubiläumsrenntag am 22. Mai im Herrenkrug angesagt.

Weitere Vertreter des Adels

Der Renntag ist zugleich der Höhepunkt der Rennsaison 2016. Neben dem Prinzen von Preußen und seiner Gattin Sophie Prinzessin von Preußen, werden auch Seine Hoheit Prinz Eduard von Anhalt und weitere Vertreter des deutschen Adels in Magdeburg erwartet.

Hintergrund ist das Bestreben des Rennvereins, der Gründerväter von 1906 zu gedenken, sagte Hitzeroth weiter. Im Mai 1906 wurde der Magdeburger Rennverein von Adligen, Militärs und Bürgern der Stadt Magdeburg und Umgebung gegründet.

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Das Präsidium des Vereins arbeitet seit dem letzten Jahr daran, Nachfahren und Anverwandte der Gründungsmitglieder und Aktiven der ersten 25 Jahre zu suchen, um ihnen stellvertretend zu danken.

Empfang im Rathaus

Bevor der Prinz den Renntag um 13 Uhr eröffnen wird, hat der Oberbürgermeister Lutz Trümper (parteilos) zu einem Empfang um 11 Uhr in das Alte Rathaus eingeladen. Trümper unterstreiche damit die Unterstützung seitens der Stadt als Eigentümerin der Galopprennbahn im Herrenkrug, die der Rennverein jährlich erfahre, so Vereinspräsident Heinz Baltus. „Ohne die Arbeit und Mühe der Gründungsmitglieder und aktiven Helfer in den ersten 25 Jahren wäre es undenkbar, dass nach dem Krieg der Fortbestand der Rennbahn gesichert gewesen wäre“, ergänzt Baltus weiter.

Heute ist der Magdeburger Renn-Verein einer der größten Rennvereine in Deutschland, zählt er nunmehr im 110. Jahr seines Bestehens fast 220 Mitglieder. Jedes Jahr werden vier bis fünf Renntage abgehalten. Die Saison eröffnete der traditionelle Renntag an Christi Himmelfahrt und zog 7000 Besucher auf die Rennbahn im Herrenkrugpark.

Der Besuch des Prinzen von Preußen hat historische Gründe. 1909 stiftete der seinerzeitige Kronprinz Wilhelm (1882-1951) zum ersten Mal den „Kronprinzenpreis“, der sich zum größten Jagdrennen auf dem europäischen Kontinent entwickelte. Kronprinz Wilhelm wurde Protektoratsherr des Renn-Vereins und war dem Verein bis nach 1918 wohlgesonnen. Mehrfach war Kronprinz Wilhelm Gast in Magdeburg. Mit Prinz Georg Friedrich von Preußen wird nun der Urgroßenkel des Kronprinzen wieder einen bedeutenden Renntag eröffnen und diesem beiwohnen.

Besonderes Listenrennen

„Für Magdeburg als Stadt und für uns als Rennbahn ist der Besuch des Prinzen eine Ehre, über die ich mich sehr freue. Mit seinem Besuch erfährt die Galopprennbahn Magdeburg eine Aufwertung und bundesweite Aufmerksamkeit“, sagte Hitzeroth weiter.

Der Jubiläumsrenntag am 22. Mai ist sportlich gesehen ein Höhepunkt in der Geschichte des Pferderennsports in Magdeburg. Erstmals wird ein Listenrennen mit einer Dotierung von 25 000 Euro (Magdeburger Jubiläumspreis, früher Bavaria Preis in München) abgehalten, teilte der Rennverein weiterhin mit.