Magdeburg l Am Dienstag verschickte das Pressebüro im Rathaus eine knappe Mitteilung über eine bevorstehende Straßensperrung. „Die Otto-von-Guericke-Straße ist an diesem Sonntag, 22. Mai, zwischen Danzstraße und Hasselbachstraße in Fahrtrichtung Ernst-Reuter-Allee von 7 bis 16 Uhr voll gesperrt. Grund sind Baumfällarbeiten“, hieß es darin nur.

Fällarbeiten an einem Sonntag? Und dann noch ohne Angabe von Gründen für die Fällung? Das ist mindestens ungewöhnlich. Die Volksstimme hakte deshalb bei der Pressestelle der Stadt nach, was es mit der Aktion auf sich hat. Wie sich herausstellt, war diese verwaltungsintern offenbar nicht abgesprochen gewesen.

Denn nach mehreren Mails und Telefonaten sowie weiteren Nachfragen u. a. auch von den Magdeburger Grünen, teilte Rathaussprecher Michael Reif am gestrigen Nachmittag mit, dass es am kommenden Sonntag definitiv keine Fällungen geben wird.

Ein oder zwei Bäume sollen fallen

Was war passiert? Antragsteller für die Fällung sind die Städtischen Werke Magdeburg (SWM). Diese wollen im Bereich der Otto-von-Guericke-Straße, Höhe Leiterstraße, Reparaturarbeiten wegen eines Kabelfehlers durchführen, wie Sprecherin Cornelia Kolberg gegenüber der Volksstimme erklärt. Unklar wäre es laut ihrer Auskunft nur noch, ob ein oder zwei Bäume für die notwendige Baufreiheit gefällt werden müssten. Entsprechende Absprachen mit dem Stadtgartenbetrieb seien getroffen, heute gebe es noch einmal eine Abstimmung mit der Baufirma.

Doch Michael Reif wischt diese Aussagen kurze Zeit später vom Tisch. „Das Umweltamt sieht noch erheblichen Gesprächsbedarf zu der geplanten Maßnahme“, teilt er mit. Ob überhaupt und wenn ja, wann die Fällung und die damit notwendige Sperrung erfolgen, bleibt somit bis zur Klärung der offenen Fragen unklar. „Wir gehen davon aus, dass am Sonntag gefällt wird“, beharrt Kolberg dennoch.

Dass die Motorsäge an einem Sonntag angesetzt wird, hat allein verkehrstechnische Gründe, so Michael Reif weiter. „Grundsätzlich sind die Folgen einer Sperrung an einem Sonntag für den Verkehr fast immer günstiger, weil das Verkehrsaufkommen deutlich geringer ist“, erläutert er.