Magdeburg (dpa/tn) l Mit einer Aktionswoche für Demokratie und Toleranz erinnert Magdeburg ab Donnerstag an die Zerstörung der Stadt vor 75 Jahren. Veranstaltet wird die Woche von der Bürgerinitiative "Eine Stadt für alle". Magdeburg zeige damit seine Weltoffenheit, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). "Es freut mich vor allem, dass diese Aktionswoche aus der Mitte der Gesellschaft kommt".

Am 16. Januar 1945 hatten britische Bomber bis zu 90 Prozent der Innenstadt Magdeburgs zerstört, rund 2000 Menschen wurden dabei getötet. Magdeburg gedenke am 16. Januar aber aller Opfer des Zweiten Weltkrieges, nicht nur der Magdeburger. "Mit den Luftangriffen kam der Krieg zurück, den Deutschland angefangen hatte", sagte Trümper.

Für den Freitag, 17. Januar, sind in der Stadt mehrere Demonstrationen angekündigt, die sich auf die Zerstörung Magdeburgs beziehen. Die Polizeiinspektion Magdeburg gab bereits im Vorfeld bekannt, das mit zahlreichen Einschränkungen im Verlaufe des Tages zu rechnen sei. Wie in den letzten Jahren auch, wurde bereits aus dem politisch rechten Lager ein Gedenkmarsch angekündigt. Dieser soll um 19 Uhr am Hauptbahnhof starten. In den letzten Jahren waren hier mehrere Hundert Neonazis mitgelaufen.

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Jedoch hat sich auch bereits Gegenprotest angekündigt: Allen voran ruft "Fridays for Future" zum Protest gegen den rechten Aufmarsch auf. Nach Volksstimme-Informationen hat sich ein Bündnis von mehr als 20 Ortsgruppen aus Mittel- und Ostdeutschland formiert. Hier wird ab 15 Uhr mit mehr als 1000 Gegendemonstranten am Hauptbahnhof gerechnet. Ab 17 Uhr ist eine weitere Gegendemonstration geplant. Auch im Bereich des Hasselbachplatzes ist Gegenprotest angekündigt.