Magdeburg l Ausgerechnet im zehnten Jahr ihres Bestehens wird die Meile der Demokratie vor ungeahnte Probleme gestellt. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat erneut ihre Teilnahme am winterlichen Straßenfest beantragt. Kreisvorsitzender Ronny Kumpf: „Wir haben unseren Kreisverband und die Landtagsfraktion angemeldet.“

Doch anders als im Januar dieses Jahres dürfte der Antrag aus juristischen Gründen genehmigt werden. Beigeordneter Holger Platz, der für die Stadt Magdeburg im Organisationsbüro sitzt, gab unmissverständlich zu: „Wenn die AfD den Aufruf zur Meile der Demokratie unterzeichnet, dann kann sie auch teilnehmen.“ Im Januar 2017 war das AfD-Ansinnen seitens der Meilen-Macher noch abgeschmettert worden. Begründung: Die Bundestagswahl stehe bevor und man lasse deshalb nur Ratsfraktionen zu.

Miteinander e. V. will nicht mit AfD

Die Volksstimme hatte von der Absicht der AfD bereits kürzlich berichtet. Schon zu diesem Zeitpunkt war der Umgang mit den Rechtspopulisten in Diskussionen umstritten. Damals hieß es aber bei vielen, dass man zunächst den Antrag der AfD abwarten wolle, bevor über das eigene Verhalten entschieden werde.

Nun gibt es eine erste Absage. Der Verein Miteinander, stets ein großer Unterstützer der Meile, stellte seinen Rückzug in Aussicht. Geschäftsführer Pascal Begrich: „Die AfD-Positionen stehen dem Anliegen der Meile diametral entgegen. Ihre Anmeldung ist absurd, war aber angesichts ihrer Selbstinszenierung als Teil der demokratischen Zivilgesellschaft zu erwarten. Wir werden jetzt als Miteinander e. V. die Situation mit allen Organisatoren besprechen, wie wir mit der Anmeldung der AfD umgehen. Ziel ist es, eine gemeinsame Lösung zu finden. Sollte es tatsächlich zu einer Teilnahme der AfD an der Meile kommen, kann und wird Miteinander e. V. an der Meile nicht teilnehmen.“

Die Meile der Demokratie findet seit 2009 als Antwort gegen Nazi-Demos rund um den Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg am 16. Januar 1945 statt. Organisatoren sind die Stadt und viele Vereine.