Kreisverkehre

Auf Magdeburgs Straßen kann es rundgehen

In den nächsten fünf Jahren müssen in Magdeburg 120 Ampelanlagen generalüberholt werden. Kreisverkehre könnten sie ersetzen.

Von Stefan Harter

Magdeburg l Der jüngste Kreisel im städtischen Straßenverkehr entstand im vergangenen Jahr an der Schönebecker Chaussee Höhe Pflanzen-Richter am Ortseingang Magdeburg. Der schnelle Durchgangsverkehr von und nach Schönebeck soll dadurch etwas verlangsamt werden, hatte Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt im vergangenen Juni erklärt. Geht es nach dem Willen der Stadträte, könnten ihm noch viele weitere folgen. Und die Chancen stehen in den kommenden Jahren offenbar gut dafür.

Denn wie Magdeburgs Verkehrsbeigeordneter Dieter Scheidemann in einer aktuellen Information erklärt, müssen in den nächsten fünf Jahren 120 Ampelanlagen im gesamten Stadtgebiet modernisiert werden. Ihre Steuerteile werden dann ihre vorgeschriebene Nutzungsdauer von 20 Jahren überschritten haben, beschreibt er die Lage. Und in diesem Zuge könnten sie statt der Modernisierung unter bestimmten Voraussetzungen durch einen Kreisverkehr ersetzt werden.

Im vergangenen September hatten die Stadträte einstimmig die Stadtverwaltung beauftragt, zu prüfen, wie über kurz oder lang alle Ampelkreuzungen durch Kreisverkehre ersetzt werden können. Mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer versprechen sie sich dadurch. Außerdem kann die Stadt effektiv auch Kosten sparen. Die jährlichen Betriebsausgaben für einen Kreisverkehr betragen nach Angaben der Stadt nur gut ein Drittel der Ampelkosten.

An 235 Knotenpunkten und Einmündungen wird derzeit der Verkehr durch eine Ampel geregelt. Für die Anlage eines Kreisverkehrs gelten laut Scheidemann drei Faktoren: die in einem Merkblatt für Kreisverkehre festgelegten Kriterien müssen erfüllt sein, die Argumente für und gegen einen Kreisverkehr müssen für die konkrete örtliche Situation abgewogen werden und die Finanzierung der erforderlichen Planungs- und Bauleistungen muss gesichert sein.

In jedem Fall sei es aber so, dass die Stadtverwaltung prüft, ob im Zusammenhang mit dem Ausbau einer Ampelkreuzung stattdessen ein Kreisverkehr angelegt werden kann, versichert Scheidemann.