Unwetter

Aufräumen nach dem Gewitter in Magdeburg

Auch einen Tag nach dem Unwetter in Magdeburg waren die Folgen sichtbar. Ampeln wurden repariert, Äste weggeräumt.

Magdeburg l Mehr als 20 Liter Wasser pro Quadratmeter sind am 30. Mai 2018 kurz nach 17 Uhr innerhalb von rund zwei Stunden vom Himmel in Magdeburg gefallen. Damit sind in kurzer Zeit mehr als vier Prozent der Menge an Niederschlag registriert worden, die sonst für ein ganzes Jahr üblich sind.

Auch einen Tag danch waren Magdeburger damit beschäftigt, die Unwetterschäden zu beseitigen. Unter anderem hatte es rund 20 Ampeln in der Stadt getroffen. Kollegen des Tiefbauamts der Landeshauptstadt hatten an einigen Ampeln bereits in der Nacht nach dem Unwetter gearbeitet und diese Arbeiten am Vormittag fortgesetzt.

In den Grünanlagen und unter den Straßenbäumen wurde die Kraft des Sturms ebenfalls sichtbar. Zahlreiche Blätter und Zweige und ganze Äste hatte es von den Bäumen heruntergewedelt, die im Gegensatz zu den vereinzelt umgestürzten Bäumen nicht bereits in der Nacht zum Donnerstag beiseite geräumt worden waren. So war ein Bereich des Fußgängerwegs auf der Westseite des Universitätsplatzes mit einem Flatterband abgesperrt. Hier war ein großer Ast einer Platane auf den Weg gestürzt.

Auch an Gebäuden gab es Schäden. Beispiel Arenen und Hallen. Betrieben werden die größten derartigen Einrichtungen von der kommunalen Messe- und Veranstaltungs GmbH Magdeburg (MVGM). Den größten Schaden dürfte es in deren Zuständigkeitsbereich in der MDCC-Arena, in der in der Fußballsaison der 1. FCM seine Heimspiele absolviert, gegeben haben. Über das Dach ist das Regenwasser in einige VIP-Logen eingedrungen. Ein Gutachter soll jetzt ermitteln, wie hoch der Schaden ist.

In der Getec-Arena als Heimspielstätte der Handballer des SCM ein paar Meter weiter war Wasser im Bereich der Anlieferung eingedrungen. Durch provisorische Abdichtmaßnahmen der technischen Mitarbeiter konnten dem Augenschein nach aber größere Schäden vermieden werden. Im ebenfalls von der MVGM betriebenen Elbauenpark gab es einen Wassereinbruch durch die Türen im Bistro Rosengarten.

Während des Unwetters hatte es Störungen in zwei Krankenhäusern gegeben. Betroffen war das Universitätsklinikum Magdeburg. Dort waren in zehn Häuser kleine Mengen an Wasser gelaufen. Mit Nass-Saugern konnten die Flure der betroffenen Gebäude gleich nach dem Unwetter gesäubert werden.

Im Hauptgebäude Haus 60a drückten aber an einem Eingang 60 Zentimeter Wasser gegen die Tür. Von dort lief Wasser über die Treppe in die Flure und einige Lagerbereiche, Büros, einen Untersuchungsraum und in technische Bereiche in den beiden Tiefgeschossen. Die wichtigen Technikräume wie Heizung und Elektroräume sind extra gegen Wasser mit  Zwischenböden und eigenen Pumpsystemen gesichert, die auch in betroffenen Räumen angesprungen sind und abgepumpt haben. An der Eingangstür am Haus 60 waren in der Folge Feuerwehr und THW im Einsatz und haben dort den Wasserpegel abgesenkt. Am Abend kamen auch hier Nass-Sauger zum Einsatz.

Klinikumssprecherin Cornelia Suske sagt: „Während des Unwetters gab es keine technischen Ausfälle. Und es gab auch keinen Gebäude-Schaden. Die Versorgung der Patienten war in keiner Weise eingeschränkt und es konnte in dieser Zeit auch in den OP-Sälen weitergearbeitet werden."

In den Pfeifferschen Stiftungen war ab 19 Uhr für knapp anderthalb Stunden die Notaufnahme abgemeldet. Ulrike Petermann ist Sprecherin der Stiftungen und erläutert: „Bei Starkregen drückt das Grundwasser unterhalb der Notaufnahme in den Keller.“ Kurz nach dem Unwetter hatte die Feuerwehr begonnen, das Wasser abzupumpen. Um eine Gefährdung der Feuerwehrleute auszuschließen, musste im unteren Gebäudebereich mit der Notaufnahme der Strom abgestellt werden. Größere Schäden hatten die Pfeifferschen Stiftungen nicht zu beklagen. Seit etwa 20.30 Uhr am Mittwoch ist die Notaufnahme wieder wie gewohnt in Betrieb.

Einen Schaden vermelden die Pfeifferschen Stiftungen derweil aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Grundwasser hat hier einen Industrieholzboden angehoben.  

Bei den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) war es im Wesentlichen bei Verspätungen geblieben: Durch die Überflutung der Überführung Schanzenweg war die Buslinie 57 am Mittwoch von 17.55 Uhr bis 20.15 Uhr an einer Weiterfahrt gehindert. Busse, die noch nicht im Stau standen, wurden über Salbker Straße umgeleitet. Die Unterführung am Bahnhof Buckau war von 18 bis 19.45 Uhr gesperrt. Die Linien 52 und 54 fuhren nur bis Dodendorfer Straße.

Die Straßenbahnlinie 2 war kurzzeitig am Buckauer Wasserwerk vom Unwetter betroffen und konnte den Bereich durch Überflutungen für etwa 20 Minuten nicht passieren. Es kam zu größeren Verspätungen. Kurzzeitig war auch die Hallische Straße für den Straßenbahnverkehr gesperrt. Hier kam es ebenfalls zu Verspätungen bis zu 20 Minuten. Donnerstagfrüh musste im Nachgang am Krähenstieg ein Ast aus der Oberleitung der Straßenbahn geschnitten werden.

Die Wetterlage in Magdeburg ist Ende Mai und Anfang Juni 2018 von einem Tief bestimmt, das sich kaum fortbewegt und das immer wieder für Gewitter sorgt. Nicht allein Magdeburg und die Region sind von den Unwettern betroffen. Auch in anderen Teilen Deutschlands sind derzeit Aufräumarbeiten angesagt.