Magdeburg l Was haben Angelina Jolie und Christian Beck, Kate Middleton und Matthias Musche, Rocky Balboa und Klaus Vogler, Martin Luther und Angela Merkel, Pipi Langstrumpf und Donald Trump gemeinsam? Sie alle wurden zu Motiven von Carlo Bzdok. Der 38-jährige Magdeburger kreiert moderne Pop-Art und sucht sich dafür Vorlagen von Prominenten oder aus dem Magdeburger Leben aus oder fertigt Bilder als Auftragsarbeiten an. Und so wurde auch Galerist Klaus Vogler, der die Galerie „Stadtfelder Schlossküche“ in der Steinigstraße betreibt, in leuchtenden Farben verewigt.

Die Werke von Carlo Bzdok sind ab Sonnabend, 24. August 2019, zu sehen. An diesem Tag beginnt um 15  Uhr die Vernissage.

Signiert sind die Bilder des Magdeburgers mit dem klangvollen Namen „Nukas“. Der stammt eigentlich aus Litauen und komme dort wahrscheinlich ebenso häufig vor wie in unseren Breiten der Name Jens. Aber Carlo Bzdok fand ihn schön und hatte ihn immer im Hinterkopf. Als er vor vier Jahren anfing, anstelle von Bleistiftzeichnungen mit Farbe zu experimentieren und seine Versuche im Freundes- und Bekanntenkreis auf positive Rückmeldungen stießen, erkor er den Namen zu seinem Künstlernamen.

Grobe Strukturen

Ausdrucksstarke Personen, in interessanten, kontrastreichen Motiven würden ihn überzeugen. Die übersetzt er dann quasi in seine eigene Bildsprache. Und die kommt offenbar gut an. Seine erste Ausstellung hatte er Anfang des Jahres im MDR-Funkhaus. Die erste vereinbarte aber war die, die nun in der Stadtfelder Schlossküche eröffnet wird, betont Klaus Vogler, der sich vor allem von einem Bild der Schildkröte „Lonesome George“ von den Galapagos-Inseln ansprechen ließ. Ein Lama, ein Elefant und ein Taurus ergänzen die Ausflüge in die Tierwelt.

Wer die Bilder näher betrachtet, wird feststellen, dass Carlo Bzdok die Farben mit dem Spachtel aufträgt. „Ich mag die groben Strukturen, die dadurch entstehen“, erzählt er. Mit dem Pinsel versuchte er es auch, aber das gefiel ihm nicht so gut.

Bislang war die Malerei stets ein Hobby. „Gemalt habe ich eigentlich schon immer“, erinnert sich Bzdok. Doch ehe er anfang, mit den grellen Farben zu experimentieren, zeichnete er hauptsächlich mit Bleistift oder gestaltete Bilder in Schwarz-Weiß. Als studierter Maschinendesigner schlug sich sein Hobby auch in der Berufswahl nieder. Inzwischen forscht er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Magdeburg-Stendal an künstlichen Knie- und Hüftgelenken.

Pläne, die Kunstwelt anderer Städte zu erobern, habe er bislang nicht. Berlin zum Beispiel sei groß, „aber ich weiß nicht, ob man sich da nicht verliert“, sagt Bzdok. Und so hofft er, sich vorerst in Magdeburg zu etablieren.

Sport als Ausgleich zur Kunst

Und bleibt zwischen Beruf und Malerei noch Zeit für anderes? „Ich treibe viel Sport – früher habe ich Handball gespielt, heute ist es Brazilian Jiu Jitsu“, erzählt er. Und natürlich verbringt er auch Zeit mit seiner Freundin.

Künstlerisches Vorbild ist der Streetart-Künstler „Banksy“, der im vergangenen Jahr Schlagzeilen mit einem Bild gemacht hatte, das sich nach einer Auktion selbst zerstörte. „Ich fand ihn schon immer gut und mag seine Botschaften und Motive, und dass er undercover so berühmt geworden ist“, begründet Carlo Bzdok. Gern wäre er auch in dieser Richtung aktiv geworden. „Aber das habe ich nie gemacht“, sagt er. Carlo Bzdok bleibt so vorerst den Leinwänden treu.

Neben den Bildern von Carlo Bzdok sind in der Galerie Stadtfelder Schlossküche auch Keramiken von André von Martens aus Gosda zu sehen, ein echter Drehkünstler, der zeigt, wie man mit der Reduzierung auf die Farbe Schwarz und Präzision in Form und Dekor Meisterwerke schafft.