Magdeburg l Olaf Memmler, Evgeny Maslow, Bernd Binder, Martin Schmidt, Dirk Kaufmann und Steven Witstock sind Mitarbeiter der Magdeburger Gesellschaft für Innovation, Sanierung und Entsorgung Gise und gehören zu dem Team mit einer ganz besonderen Aufgabe. Sie versehen einen alten Flieger mit frischer Farbe.

Kurzum: Sie sind dabei, die alten Farbreste des Ausstellungsflugzeuges am Flugplatz Magdeburg abzukratzen, zu schleifen und der historischen Tu 134 wieder ein neues Aussehen zu verleihen. Seit September 2018 laufen bereits die Arbeiten. Über den Winter wurden umfangreiche Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten erledigt. Nun geht es an den Farbanstrich des Flugzeuges, das als eines der letzten dieses Typs auf deutschem Boden gilt.

Flieger für DDR-Fluggesellschaft im Dienst

Das Projekt wird durch das Jobcenter Magdeburg und durch die Stadt Magdeburg finanziert, erklärte Projektleiter Jens Klein. Das Flugzeug war im Jahre 1968 bei der DDR-Fluggesellschaft Interflug in Dienst gestellt worden. Sein Standort war der Flughafen Berlin-Schönefeld, von wo aus es Passagiere innerhalb Europas transportierte. 1985 wurde die Tu 134 ausgemustert.

Nach Angaben des „Jet Journals“ hatte sie damals 19.966 Flugstunden absolviert, ca. 17 Millionen Kilometer zurückgelegt, war 12.873-mal gelandet und hatte ca. 612.000 Passagiere befördert. Gut 45.000 Liter Kerosin sollen verbraucht worden sein.

Flugzeug für einen Euro erworben

Wenig später begann die zweite Karriere der Tupolew als Ausstellungsflugzeug. 1985 wurde es auf private Initiative nach Oschersleben gebracht und diente als Café. Seit 2000 erfolgte keine Nutzung mehr. 2004 erwarb der Junkerswerke Magdeburg e. V. die Tu-134 für einen Euro. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerkes Magdeburg wurde das Flugzeug nach Magdeburg gebracht und restauriert. Dort kann es von außen jederzeit besichtigt werden.