Magdeburg l Mit Karte zahlen liegt im Trend. Selbst für Brötchen beim Bäcker lassen einige Kunden heute ihr Münzgeld stecken. Eine von der Politik begrüßte Entwicklung, minimiert sie doch das Corona-Risiko. Aber: Wer mit Karte zahlt, sollte das richtige Kontomodell haben. Denn es kann teuer werden.

Mehr als 20 Sparkassen und Volksbanken in Sachsen-Anhalt berechnen für das Zahlen mit EC-Karte eine Gebühr. Das geht aus einer Studie des Verbraucherportals Biallo hervor. Bis zu 50 Cent pro Kartenzahlung berechnen die Geldinstitute. Das heißt: Wer mit so einem Kundenkonto zweimal täglich mit EC-Karte bezahlt, ist nach einem Jahr 365 Euro los. Deutschlandweit hat Biallo unter 1200 regionalen Banken mehr als 460 gefunden, die auf diese Weise abkassieren. Das sind rund 60 mehr als bei einer ersten Studie im vergangenen Jahr.

Davon betroffen sind laut Biallo etwa Kunden der Sparkassen Harz, Börde, Jerichower Land, Salzland, Altmark-West, Stendal und Magdeburg. Bei den Genossenschaftsbanken sollten Kunden der Volksbanken Börde-Bernburg, Gardelegen, Stendal sowie der Raiffeisenbank Kalbe-Bismark genauer hinschauen, ob sie das richtige Kontomodell für häufige EC-Kartenzahlungen haben. Eine Gebühr von 50 Cent verlangt die Volksbank Gardelegen. Betroffen davon sind Kunden mit dem Kontomodell „VR Komfort“. Anders als andere Banken geht sie damit transparent um. So gibt es auf der Webseite der Bank eine Gebühren-Übersicht für alle Kontenmodelle. Bei allen Modellen zahlen Kunden seit 2017 für Lastschriften und Kartenzahlungen zwischen 15 und 50 Cent, Gleiches gilt für Online-Überweisungen. Die Bank verweist auf Kreditkarten, bei denen stattdessen nur eine Jahresgebühr von 25 Euro zu zahlen sei. Auch in Gardelegen wurde registriert, dass Kartenzahlungen zugenommen haben. Bei der Stadtsparkasse Magdeburg zahlen Kunden mit dem Kontomodell „GiroBasis“ 25 Cent für eine EC-Karten-Zahlung. Gleiches gilt für das Kontomodell „Privatgiro Standard“ der Sparkasse Altmark-West. Auf Nachfrage verweisen Sprecherinnen beider Sparkassen auf alternative Kontomodelle, bei denen keine Gebühren pro Zahlung anfallen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hatte schon vor Monaten vor steigenden Kosten durch Kartenzahlungsgebühren gewarnt. Für Kunden seien diese Mehrkosten oft schwer zu erkennen, heißt es von den Verbraucherschützern, denn vielfach wiesen Banken die Gebühren gesammelt mit anderen Entgelten auf der Abrechnung aus. Die Sparkasse Magdeburg etwa fasst sie unter „beleglose Buchungen“.