Magdeburg l Gerade erst in der Vorwoche sorgte die Fällung eines jahrzehntealten Silberahorns in der Magdeburger Goethestraße für Aufregung. Am 21. Januar 2020 versetzte erneut das Kreischen der Kettensäge Anwohner an der Schrote in Aufregung. Diesmal wurde sie an der Einmündung der Schillerstraße angesetzt. Doch warum? Eine Genehmigung habe es dafür nicht gegeben, wollen Anwohner vor Ort erfahren haben.

Das ist auch richtig, wie Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra auf Volksstimme-Anfrage bestätigt. Denn ursprünglich sollten in dieser Woche nur Pflegearbeiten an den Bäumen entlang der Goethestraße durchgeführt werden, wie sie erklärt. „Zur Herstellung der Verkehrssicherheit werden dort Totholz und lose Äste beseitigt. Weiterhin werden unter anderem Hausfassaden freigestellt“, beschreibt sie die Maßnahme.

Massiver Schaden am Baum festgestellt

Dabei wurde an einer Robinie ein „massiver Rindenschaden mit Holzfäule im Stammfußbereich“ festgestellt. Bereits bei der letzten, regelmäßigen Baumkontrolle sei der Baum „durch seine mangelnde Vitalität, kurze Triebe und vermehrten Totholzbesatz“ negativ aufgefallen. Aufgrund der am Dienstag festgestellten „erheblichen Rindenablösungen am Stammfußbereich“ und der zuvor registrierten Schäden im Kronenbereich galt der Baum „als nicht überlebensfähig“. Daher wurde vor Ort entschieden, den Baum aus Sicherheitsgründen zu fällen.

„Bei Gefahr im Verzug oder Schädlingsbefall braucht der Stadtgartenbetrieb für die Fällungen keine Genehmigung des Umweltamtes“, stellt Kerstin Kinszorra fest. Dies war auch bei dem in der Vorwoche gefällten Silberahorn der Fall, der von dem holzzersetzenden Brandkrustenpilz befallen war.

Robinien verdienen besondere Aufmerksamkeit bei Fäulnisherden im Wurzel- und Stammfußbereich. Denn diese führen zu einer Verminderung der Bruch- und Standsicherheit, erklärt sie weiter.