Magdeburg l Ende März 2017 rückten die Holzfäller mit ihren Motorsägen an und fällten die beiden Linden vor dem Haupteingang des Landtagsgebäudes in Magdeburg. Zurück blieben zwei hoch herausragende Stümpfe. Doch was hat es damit auf sich? Freie Sicht auf den Sitz der Landespolitiker? Beginn der vor Jahren angedrohten größeren Fällaktion auf dem Domplatz?

Ein Blick in die Übersicht der Baumfällungen der Stadt Magdeburg verrät jedoch, dass die Gesundheit der Linden nicht mehr mitgespielt hat. Die beiden Bäume sowie eine weitere Linde vor dem Hotel nebenan wiesen demnach verschiedene Krankheiten und andere Schäden auf.

Bäume waren vergreist

So wurde an beiden Bäumen Totholz in der Krone festgestellt, an einem starben zudem große Teile der Krone ab. Eine Linde wies eine Stammverletzung auf und der Klang ließ auf einen hohlen Stamm schließen. Bei der Fällung wurde dies auch bestätigt. Insgesamt litten die Bäume laut Gutachten an Vergreisung und Altersabgang.

Die Linde vor dem Hotel war nicht nur von einem Pilz befallen. Ihr Stamm war teilweise so hohl, dass die Wand nur noch eine geringe Stärke aufwies und somit Gefahr bestand. Nachpflanzungen soll es aber geben.

Linden am Domplatz im Fokus

Vor vier Jahren standen die Linden auf dem Domplatz im Fokus der Öffentlichkeit. Die Verwaltung wollte sie, 83 an der Zahl, im Zuge der Umgestaltung des Platzes fällen und neue, kleinere Exemplare nachpflanzen. Nach einem Sturm der Entrüstung und der Sammlung von über 15.000 Unterschriften von Baumfreunden wurde davon zunächst Abstand genommen. Nach einer Neubewertung aus denkmalschützerischer Sicht ist es mittlerweile ganz vom Tisch.