Magdeburg l Ursprünglich war geplant, mit den Erschließungsarbeiten des etwa neun Hektar großen Areals in Magdeburg-Diesdorf im Mai zu beginnen. Doch dann kam es zu einem Wechsel: Die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt, deren Mehrheitsbesitzer das Land ist, nahm ein Kaufangebot der Baulandgesellschaft, eines privaten Unternehmens, an. Der Projektentwickler aus Magdeburg hat das Bebauungsgebiet „Kümmelsberg-West“ übernommen. „Unsere Prioritäten liegen laut unserem Gesellschaftsauftrag auf der Entwicklung von Gebieten im ländlichen Raum“, klärt Matthias Schmidt von der Landgesellschaft über die Gründe auf.

Anfänge im Jahr 1999

Dem Entwickler fiel das Areal zu, da darauf einmal eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) beheimatet war. Ein Mitarbeiterwechsel befeuerte die Überlegungen, sich vom Kümmelsberg zu trennen. „Mit unseren Erfahrungen werden wir das Projekt erfolgreich zu Ende führen“, so Olaf Schrottge von der Baulandgesellschaft. Die Gründe mögen nachvollziehbar sein, die Entscheidung zur Trennung vom Bauland westlich der Straße Kümmelsberg kam dennoch überraschend.

Seit 1999 ist an der Planung und Entwicklung des ehemaligen LPG-Geländes in Diesdorf zu einer Eigenheimsiedlung am Kümmelsberg, des Areals zwischen Zerrennerstraße und heutigem Rewe-Markt, gearbeitet worden. Zu DDR-Zeiten war hier die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Niederndodeleben auf der Westseite, südlich die LPG Tierproduktion. Und nördlich angrenzend unterhielt die LPG Pflanzenproduktion unter anderem eine Gärtnerei und eine Verkaufsstelle. Eine Anlage zur Gemüseverarbeitung wurde nur im Rohbau fertiggestellt, ging aber nie in Betrieb. Später eröffnete hier nach der Wiedervereinigung Deutschlands mit dem Monty-Markt der erste Teppichhandel der Stadt. Einem Baumarkt folgte ein Einkaufsmarkt.

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Erschließung läuft an

Einen Blumenhandel gibt es bis heute am Kümmelsberg. Investorpläne, hier den Traum von Eigenheimen zu verwirklichen, scheiterten. Ein Bebauungsplan wurde vor 18 Jahren zwar aufgestellt, doch konnte der wegen schwieriger Grundstücks- und Eigentumsverhältnisse nicht umgesetzt werden. Später sollten sich Verhandlungen zwischen der Landgesellschaft und der Stadt über einen städtebaulichen Vertrag über Jahre in die Länge ziehen. U. a. gab es ein Hin und Her um die Zufahrt zur neuen Siedlung, so ein Auszug aus dem langen Werdegang.

Nun stehen die Zeichen auf Start, der Stadtrat hatte den Entwicklerwechsel abgesegnet. Die Erschließungsarbeiten sollen laut Olaf Schrottge im kommenden Monat anlaufen. Bereits im Gange sind Arbeiten in den Straßen, die den Anschluss des Bebauungsgebietes an die Zerrennerstraße herstellen sollen. Eine Erschließung des Areals erfolgt über die Irxleber und Gersdorfer Straße. Ein Beschluss des Stadtrates sieht zudem die Erschließung über die Straße „Kümmelsberg“ vor. „Nach heutigem Stand kann mit dem Eigenheimbau im März 2018 begonnen werden“, so Olaf Schrottge, einer der Geschäftsinhaber der Baulandgesellschaft. Die Vermarktung ist zwar noch nicht angelaufen, Nachfragen sind bereits vorhanden. „Das Interesse ist da.“

100 Parzellen zu vergeben

Änderungen im Bebauungsgebiet wird es nicht geben, der B-Plan ist bindend. Etwa 100 Parzellen mit Flächen von 500 bis 1100 Quadratmeter werden vermarktet.