Magdeburg l In welcher Reihenfolge die acht Zwischenstationen in Magdeburg angelaufen werden sollen, das will Mathias Luther erst kurz vor dem Startschuss am Sonntag früh um 8 Uhr bekanntgeben. „Das soll es ein wenig spannender machen“, sagt der Organisator des 1. Magdeburger Baustellenmarathons. Ausgehend von der „Mutter aller Baustellen“, dem Tunnel am Hauptbahnhof, werden unter anderem die Gleisbaustellen im Kannenstieg und in Buckau angelaufen.

„Dort stehen dann Aufsteller mit einer Lochzange“, erklärt er weiter. Damit sollen die Läufer ihre Stempelkarte markieren. Anschließend geht es zurück zum Start- und Zielpunkt im Infocontainer am Willy-Brandt-Platz und dann weiter zur nächsten Baustelle. Wer am Ende alle Stationen in der schnellsten Zeit abgelaufen hat, ist Gewinner des Marathons.

Medaillen für alle Teilnehmer

Handgefertigte Medaillen gibt es aber für alle der gut 45 Teilnehmer, darunter ein Dutzend Frauen. Bei der Auswahl der Stationen habe er vor allem darauf geachtet, auf die Marathondistanz von 42,195 Kilometer zu kommen, wie Luther weiter erklärt.

Dass die Wetteraussichten nicht die besten sind, schreckt den Organisator nicht ab: „Dann ist es halt so. Für einen Marathonläufer ist ein wenig Regen aber auch nur halbdramatisch.“ Weil er vor Ort die Organisation und die Ausgabe der Verpflegung übernimmt, kann er allerdings auch nicht selbst mitlaufen.

Von Baugrube zu Baugrube

Die Idee zum Marathon entstand Ende 2019, als der Elbe-Brücken-Lauf aufgrund der Baustellensituation kurz vor dem Aus stand. Ein Lauf von Baugrube zu Baugrube würde Magdeburg als heimliche Baustellenhauptstadt gut repräsentieren, dachte sich Mathias Luther.

Und das sind die Stationen:

▶ Albert-Vater-Straße: Hier verlegen die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) eine neue Fernwärmeleitung, die von der Steinkuhle bis in die Beimssiedlung reichen wird.

▶ Anna-Ebert-Brücke: An der sanierungsbedürftigen Überquerung der Alten Elbe wird seit vielen Monaten gearbeitet.

▶ Coquistraße: Die Durchfahrt wurde im Frühjahr 2019 aufgebaut, um den Schleichverkehr wegen der Großbaustelle auf der Schönebecker Straße zu unterbinden.

▶ Herrenkrugstraße: Hier führen derzeit die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) Arbeiten an der Oberleitung der Straßenbahn durch.

▶ Johannes-R.-Becher-Straße: Auch im Kannenstieg sind die MVB aktiv. Seit gut einem Jahr werden dort die Gleise für die neue Straßenbahntrasse in Richtung Innenstadt verlegt.

▶ Keplerstraße: Die Straße ist gesperrt, weil dort ein Teil des neuen Domviertels entsteht. Die Wobau baut an der Ecke Leibnizstraße ein Parkhaus.

▶ Schönebecker Straße: Wieder die MVB, die die Gleise in Richtung Südost erneuern und ein Gleisdreieck an der Warschauer Straße bauen.

▶ Wilhelm-Klees-Straße: An dieser Stelle sind ebenfalls die SWM zugange, die hier an einem weiteren Abschnitt der neuen Stadtfelder Fernwärmetrasse arbeiten.

Erster Magdeburger Baustellenmarathon