Benefizregatta braucht Unterstützer

Rudern gegen Krebs: Was 2005 in Mainz geboren wurde, hat sich inzwischen zu einer bundesweiten Bewegung entwickelt. Bis 2017 wurden 91 Regatten an 23 Standorten durchgeführt.

In diesem Jahr gibt es die Benefizregatten in Magdeburg, Hamburg, Kiel, Erlangen, Mainz, Celle, Lübeck, Heidelberg, Dresden und Offenbach.

Im Juni 2016 startete in Magdeburg die erste Regatta. Fast 60 Teams gingen an den Start und erruderten einen Erlös von 25 000 Euro. Damit konnte in Magdeburg im Sommer 2017 das Projekt „Aktiv bewegen und entspannen bei Krebs“ beginnen. Dank der Regatta ist die Finanzierung für zwei Jahre gesichert, das Angebot für die Patienten kostenfrei.

Die zweite Regatta startet in Magdeburg am 19. August 2018 auf der Elbe am Mückenwirt; jeder kann mitmachen, egal ob Anfänger oder Profi, auch Patientenboote sind geplant. Gesucht werden nun Sponsoren, die selbst auch eine Mannschaft stellen und vor Ort werben können. Das Startgeld beträgt 300 Euro pro Boot/Mannschaft. Dazu gibt es verschiedene Patenschaftspakete für Firmen. Bitte melden bei Dr. Julia Noack vom Tumorzentrum Magdeburg unter Tel. 0391/671 42 83 oder per E-Mail: ruderngegenkrebs.magdeburg@gmail.com.

Im Netz: www.tzsa.ovgu.de (jw)

Magdeburg l „Ich habe alles durchgestanden und gekämpft wie eine Löwin, um den Krebs zu besiegen. Heute geht es mir schon viel besser. Dieser Kurs hat daran einen großen Anteil“, sagt Heike Domke. Ein besseres Lob könnte es kaum geben als das von der 52-jährigen Magdeburgerin. Und es ist auch zu spüren in dieser Übungsstunde am 14. Februar 2018: Die Frauen nutzen und genießen jede Minute. Kursleiter André Napiontek hält die Damen mit leichten, aber gezielten Übungen in Schwung. „3, 2, 1 – und schön strecken. Jetzt den Arm auf der operierten Seite nach oben. Und das Lächeln nicht vergessen“, meint Napiontek.

 „Er lässt sich immer etwas einfallen. Es macht richtig Spaß“, sagt Heike Domke, während sie den Reifen in kreisenden Bewegungen über den Kopf führt. Heute ist die Volksstimme zu Gast. Die Kamera klickt einige Male, während der Kursleiter die Frauen bei entspannender Musik anleitet. Es werden Fotos gemacht. Das Bewegungsprojekt kommt in die Zeitung und wird Teil einer Dokumentation. Denn es lebt von Spenden und Sponsoren, wird finanziert vom Erlös der Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“.

60 Viererteams auf der Magdeburger Elbe

Im Sommer 2016 legten sich 60 Viererteams mit ihren Booten auf der Elbe beim Mückenwirt mächtig ins Zeug und erruderten am Ende 25.000 Euro. Damit konnte das Bewegungsprojekt für Krebspatienten in der Phase der Akutbehandlung im Sommer 2017 beim Verein für Gesundheit, Bewegung und Sport an der Uni starten. Die Teilnahme ist für die Patienten kostenlos. Am 19. August 2018 soll nun die zweite Auflage dieser Benefizregatta in Magdeburg starten und das Geld für die nächsten zwei Projektjahre sichern. „Jeder, der sich dafür engagiert, leistet etwas Gutes für Krebspatienten“, betont Dr. Julia Noack vom Tumorzentrum. Jetzt werden erst einmal Sponsoren gesucht, die das Anliegen unterstützen (siehe Infokasten). Firmen oder Einrichtungen, die sich melden, können auch eine eigene Mannschaft stellen und z. B. untereinander für das Startgeld sammeln.

Bilder

„Rudern gegen Krebs“ wird bundesweit von der Stiftung „Leben mit Krebs“ veranstaltet. Lokaler Partner in Magdeburg ist das Tumorzentrum. Die Rudervereine wiederum helfen beim Ausrichten der Regatta. Sie stellen das Equipment, die Boote und Trainer. Auf Wunsch gibt es vorab bis zu vier Trainingseinheiten, um für die 350 Meter lange Strecke am 19. August vorbereitet zu sein. Am Ende aber gehe es um den Spaß und die gute Sache, betont Julia Noack. Dafür sitzen letztlich alle in einem Boot.

Viele an Brustkrebs erkrankte Frauen dabei

Die Patienten nehmen den Bewegungskurs, zu dem auch ein psychoonkologisches Beratungsangebot gehört, derweil schon dankbar an. Etliche an Brustkrebs erkrankte Frauen sind dabei. Doch der Kurs, der dreimal in der Woche stattfindet, ist auch offen für Patienten mit anderen Krebserkrankungen. Frauen wie Männer. „Man kann nur jeden Patienten ermuntern mitzumachen. Selbst wenn man auch mal nur zugucken kann, wenn die Kraft fehlt“, sagt Antje Wagner. Die 42-jährige Magdeburgerin wird ebenfalls gegen Krebs behandelt und findet: „Die Gemeinschaft und der Sport tun einfach gut.“