Frauentag

Berufliche Existenz in Salzwedel aufgebaut

Kerstin Stadach und Corina Krüger haben ihre berufliche Existenz selbst in die Hand genommen – mit Leidenschaft und positiver Energie.

Von Von Martin Höfig

Salzwedel l „Hilfe - ich mache mich selbstständig“ – unter diesem Titel hat Kerstin Stadach ihre Erfahrungen mit der eigenen Existenzgründung aufgeschrieben. Die 46-Jährige ist Inhaberin des Friseur- und Wellness-Ladens „abschnitt 36“ in der Salzwedeler Holzmarktstraße. 2017 hat sie das Geschäft eröffnet, mit tatkräftiger Unterstützung Steffen Heuers - ihres „ewigen Lebensgefährten“, wie Stadach lachend sagt. Heuer ist selbstständig im Baugewerbe tätig und setzt die kreativen Design-Ideen seiner Partnerin teils allein, teils mithilfe von Freunden in die Tat um. So ist in der Holzmarktstraße 36 ein Laden mit originellem Flair entstanden, vom Design her eine Mischung aus moderner Bar und relaxter Lounge.
Kerstin Stadach hat sich bereits im Jahr 2000 zum ersten Mal selbstständig gemacht. Damals mit der Geschäftsidee „Friseur mobil“, also dem Konzept, die Kunden zu Hause zu bedienen. „Da kam manchmal die ganze Familie zusammen und ich habe teilweise zehn Köpfe hintereinander von ihren Haaren befreit“, erinnert sich Stadach mit leuchtenden Augen. Sie wirkt meistens ein bisschen ernst, aber dahinter – zurzeit auch noch versteckt hinter der Corona-Maske – verbirgt sich offenbar ein gutmütiges und allen wohlgesonnenes Herz.
Und ein selbstbewusstes: „Ich wollte für mich allein arbeiten, nicht für einen Chef“, sagte sie sich schon damals. Doch zu diesem Selbstbewusstsein musste Stadach erst einmal finden. Als Jugendliche stand sie noch sehr unter dem Eindruck ihrer Eltern, erzählt sie. Besonders ihr Vater meinte genau zu wissen, was gut für sie sei. „Du musst einen Handwerksberuf lernen“, beharrte er immer wieder. Und Kerstin Stadach fügte sich und machte eine Friseurinnenausbildung in Parsau bei Wolfsburg. Es war die Zeit der Wende beziehungsweise der Ungewissheit Anfang der 1990er Jahre und vielleicht tat ihr diese väterliche Orientierungshilfe damals ja auch irgendwie gut. Die abgeschlossene Friseurinnenausbildung war jedenfalls der Grundstein für alles, was sie sich heute aufgebaut hat.