Magdeburg l „Der weiße Fleck zwischen den Messen in Berlin, Leipzig und Hannover ist nun pastellfarbig“, freut sich Mitorganisatorin Sonja Renner. Über 2000 Besucher konnte die Messe in Magdeburg mobilisieren. Die Kunstmitte, die 2015 erstmals angetreten war, Künstlern in Mitteldeutschland eine Plattform zum Präsentieren zu bieten und dem Magdeburger Publikum zeitgenössische Kunst näher zu bringen, hat sich abermals überboten.

Fanden sich bei der Premiere knapp 1000 Besucher ein, wurde die Zahl 2016 auf 1800 Gäste gesteigert. Parallel wuchs die Zahl der Kunstschaffenden und Galerien, die das Pumpenhaus und den Skulpturenpark für fünf Tage mit Leben füllen, von 40 auf über 60. „Wir möchten gesund wachsen und der Gefahr widerstehen, uns zu übernehmen“, kommentiert Renner diese Entwicklung. Zu dieser gehört auch, dass neben Sponsoren aus der Wirtschaft und privaten Förderer nun erstmals das Kultusministeriums als Unterstützer begrüßt werden konnte.

Bekanntheit der Kunstmesse wächst

„Die Kunstmitte ist eine kleine feine Messe, die nun angekommen ist“, so die Einschätzung von Bildhauer Rainer Jacob. Der Leipziger, der mit seinen aus Eisblöcken geformten Objekten wie Heizungen, die er an prominenten Orten etwa in Paris platziert, ein Alleinstellungsmerkmal in der Kunstszene inne hat, war zum dritten Mal im Salbker Turmpark dabei.

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Seine Einschätzung, wonach sich in den vergangenen Messetagen viel mehr Gespräche zwischen Künstlern und Gästen entwickelt haben, teilt Mitorganisator Volker Kiehn: „Ich glaube, dass viel mehr Menschen nun wissen, was die Messe zu bieten hat und worauf sie sich bei bildender Kunst als eine Art Entdeckungsreise einlassen.“

Künstler erreichen Magdeburger

Die Verbindung zwischen Kunstschaffenden und Publikum hebt Volker Straube hervor: „Binnen kurzer Zeit können wir Künstler viele Gäste erreichen. Die Atmosphäre wird jedes Jahr besser“, so der Magdeburger. Die wird vom kollegialen Umgang der Messeteilnehmer untereinander, dem Baudenkmal als Ausstellungsort sowie den Reaktionen der Besucher getragen.

„Der Austausch untereinander ist sehr inspirierend, ich nehme viele Eindrücke und Ideen mit“, so Hanna Sass. Sie hat in diesem Jahr ihr Studium der Malerei an der Burg Giebichenstein abgeschlossen und sich und ihre Malerei nun erstmals bei einer Messe präsentiert. „Kommentare von Besuchern, die sich für meine Arbeit interessieren, tun sehr gut. Und ich konnte etwas verkaufen“, merkt sie an. Dies gilt laut Organisatoren für alle Teilnehmer der Messe.

Netzwerke in Magdeburg erweitert

Erstmals sind mit einem exklusiven Sammlerabend gezielt Kunstkenner aus der Region angesprochen worden. „Aber nicht nur deswegen ist die Kunstmitte ein Erfolg: Hier habe ich als Künstler die Möglichkeit, Kontakte zu Kollegen und Galerien zu knüpfen und mein Netzwerk zu erweitern. Oft ergibt sich auch im Nachgang einer Messe etwas“, so Christoph Ackermann, der im sogenannten Q-Hof des Werk 4 in Buckau ein Atelier betreibt. Seine Aufmerksamkeit gilt nun den Vorbereitungen des Tages des Offenen Ateliers, der in Magdeburg am kommenden Wochenende organisiert wird.

Den Machern der Kunstmitte bleibt dagegen mehr Zeit, um die vierte Ausgabe der Messe auf die Beine zu stellen. Fest steht bereits der Termin: Vom 6. bis 9. September 2018 soll die Kunstmitte wieder in Salbke liegen.

Mehr zur Kunstmesse: www.kunst-mitte.com