Magdeburg l Eine moderne Schule, die sich in besonderer Weise durch ihren Fokus auf digitales Lernen und Lehren auszeichnet, die in enger Kooperation mit dem Fachbereich Informatik der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg steht und in deren unmittelbarer Nähe am Uniplatz gelegen ist.

So zeichnete Oberbürgermeister Lutz Trümper seine Vorstellungen des von der Stadtverwaltung empfohlenen Schulneubaus in der Magdeburger Innenstadt. Anvisiert hat Trümper dabei jenen Standort an der Ostseite des Uniplatzes, den die Stadt vor knapp drei Jahren verkauft und für den sie einen Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben hatte. Gespräche mit dem Eigentümer werden geführt, sobald der Stadtrat über die Notwendigkeit eines Schulneubaus entschieden hat.

Gemeinsam mit Bildungsdezernentin Regina-Dolores Stieler-Hinz erläuterte Trümper am Mittwoch in einer Pressekonferenz den Bedarf von zwei neuen Schulen für den Sekundarbereich sowie den Verzicht auf weitere im Primärbereich. Mit einer 23-seitigen Drucksache, in der statistische Auswertungen und Prognosen zu Schülerzahlen enthalten sind, unterstreicht er das Vorhaben gegenüber dem Stadtrat, der die Beschlussvorlage in seiner Sitzung am 5. November 2020 auf dem Tisch hat.

Neue Gemeinschaftsschule

Neben dem anvisierten Neubau in der Magdeburger Innenstadt soll zudem der Schulstandort Gneisenauring nach der Nutzung als Ausweichquartier für die Grundschulen „Fliederhof“ und „Diesdorf“ als neue Gemeinschaftsschule dienen. Vorgesehen ist eine dreizügige Gemeinschaftsschule, die zum Schuljahr 2023/24 bezugsfertig sein soll. Für den Schulneubau im Stadtzentrum sei hingegen eine vier- bis fünfzügige Integrierte Gesamtschule oder eine Gemeinschaftsschule mit Drei-Feld-Sporthalle vorgesehen, erklärt Trümper.

Es kommen also sieben bis acht Züge zusätzlich im weiterführenden Schulbereich hinzu. Diese seien in Hinblick auf die steigende Zahl der Schüler, die von dem Grundschul- in den Sekundarbereich wechseln, dringend erforderlich. Ein Spitzenwert werde mit 456 fehlenden Schulplätzen im Jahr 2027/28 erreicht.

2373 Fünftklässler stehen dann 1917 Plätzen gegenüber. Statistisch halte der zusätzliche Bedarf noch bis zum Jahr 2037/38 an.

Sinkende Zahlen bei Grundschülern erwartet

Ein etwas anderes Bild zeigt die Prognose hinsichtlich der Grundschulplätze. Hier steigen die Zahlen zwar bis 2025/26 mit Spitzen in den zwei Schuljahren zuvor noch an, dann sei jedoch eine Entlastung zu erwarten. Insbesondere in Ostelbien zeichne sich auch unter Berücksichtigung künftiger Baugebiete ein Rückgang der Einschülerzahlen ab.

Von einem Neubau einer Grundschule rate die Stadtverwaltung daher ab. Zumal mit einer Fertigstellung vor 2025/26 ohnehin nicht zu rechnen sei, ab diesem Zeitraum die Zahlen jedoch wieder rückläufig würden. Der Mehrbedarf in Ostelbien in einzelnen Schuljahren könnte laut Verwaltung unter anderem durch Erhöhung der Klassenstärke auf maximal 26 Schüler oder temporäre zusätzliche Klassenbildung mit Sitz am Pechauer Platz gedeckelt werden.

Anders als in Ostelbien lasse sich unter Hinzuziehung der entstehenden Baugebiete langfristig eine deutliche Differenz zwischen Bedarf und Kapazität in den Stadtteilen Altstadt/Buckau/Fermersleben/Salbke und Westerhüsen abbilden. Durchschnittlich fehlten zwei Eingangsklassen, die aufgrund weiter Wege nicht verteilt werden könnten. Daher sehe auch die Stadtverwaltung die Notwendigkeit der bereits geplanten Schule in Fermersleben.

Schilfbreite soll helfen

Neben den Kapazitätsgrenzen, die zeitweise im Grundschulbereich und längerfristig an den weiterführenden Schulen zu erwarten sind, zeichnen sich auch Kapazitätsspitzen im Berufsschulbereich ab. Hier soll der Schulstandort Schilfbreite aushelfen, nachdem die Auslagerung der Gemeinschaftsschule „Goethe“ erfolgt ist, was voraussichtlich 2022 der Fall sein wird.