Magdeburg l „Durch zugeparkte Gehwege, Parken in der zweiten Reihe und allgemein rücksichtsloses Verhalten werden Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, unnötig in Gefahr gebracht“, begründet die SPD-Fraktion einen Antrag zur Abhilfe, der auf der jüngsten Magdeburger Ratssitzung einstimmig Zustimmung fand.

Oberbürgermeister Lutz Trümper wurde beauftragt, stadtweit die Einrichtung von Hol- und Bringezonen im Umfeld von Schulen vorzunehmen. Im Gegenzug soll das Halten und Parken unmittelbar vor Schulgebäuden verboten werden. Das Vorgehen soll zunächst „an ausgewählten Schulen“ getestet werden.

Eltern bringen Kinder mit Auto zur Schule

Hintergrund ist ein deutschlandweit in fast allen Städten zu beobachtendes Phänomen: Schulkinder, auch solche in höherem Alter, werden täglich mit dem Auto zur Schule gebracht und wieder abgeholt. Die SPD im Stadtrat Magdeburg will den Umstand an sich nicht verurteilen: „Die einen müssen, da der Schulweg für den Nachwuchs zu lang ist, und die anderen tun es aus Fürsorglichkeit oder Zeitdruck.“

Was gut gemeint sei, sorge jedoch oft für Chaos und unterlaufe zudem den Expertenrat, der im Sinne der Selbstständigkeit dazu rät, Kinder den Schulweg alleine meistern zu lassen.

Halteverbot an Schulen

Die Einrichtung von Hol- und Bringezonen im Abstand von 300 bis 400 Metern zur Schule soll als eine Art Kompromiss getestet werden. Jeweils zu Schulbeginn und -ende könnten in diesen Zonen Elternstellplätze reserviert werden. Im Gegenzug darf am Schulgebäude nicht mehr gehalten werden, so dass ein Chaos im unmittelbaren Schulumfeld entfällt und Kinder wenigstens einen Teil des Weges alleine gehen.

Barleben testet dieses Vorgehen bereits im Pilotprojekt an vier Schulen. Für Magdeburg sei, so hat es die Stadtverwaltung bereits ermittelt, die Erprobung an zehn Schulen denkbar.