Magdeburg l Die Umleitungsstrecken aus den östlichen Stadtteilen in die Innenstadt von Magdeburg waren zwar ausgeschildert, aber längst nicht alle hielten sich daran. Die Bauarbeiten an den Straßenbahngleisen zwischen Zoll- und Strombrücke und die damit verbundenen Sperrungen haben besonders am Dienstag ein Verkehrschaos ausgelöst. Weil Autos die Zollbrücke nicht mehr passieren dürfen, rollte der Durchgangsverkehr in die Innenstadt über den Werder, um dann auf die Markgrafenstraße zu fahren. Offiziell ist jedoch die Umleitung von Cracau stadteinwärts über die Brückstraße, Georg-Heidler-Straße, Jerichower Straße und dann über den Nordbrückenzug ausgeschildert.

Stadt bessert nach

CDU-Stadtrat Manuel Rupsch kündigte bereits eine Ratsanfrage an Oberbürgermeister Lutz Trümper zu dem Thema an. „Ich verstehe nicht, warum diese Maßnahmen nicht in den Ferien durchgeführt wird. Vor allem mit der aktuellen Situation auf der A2 und dem Bau der neuen Strombrücke halte ich dies für inakzeptabel. Jeden Tag gibt es auf der A2 in Fahrtrichtung Hannover Stau. Viele fahren Burg/Zentrum runter auf der B1 bis zum Magdeburger Ring. Warum diese Entscheidung so getroffen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis“, so Manuel Rupsch. Höhepunkt des Verkehrschaos ist aus Sicht des in Cracau lebenden CDU-Stadtrates die Sperrung der Anna-Ebert-Brücke stadteinwärts am Mittwochnachmittag. Dadurch werde der Durchgangsverkehr über die Zoll- und Mittelstraße zwar ausgebremst, aber für die Anwohner bedeute dies größere Umwege.

Die Stadt äußerte sich gestern nicht erneut zum Sachverhalt, sondern verwies auf die bereits am Mittwoch angekündigten Maßnahmen. Nach Abstimmung unter anderem mit der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde wurde festgelegt, das Durchfahrtsverbot aus Richtung Osten bereits ab Turmschanzenstraße anzuordnen. Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra verwies zudem auf die Erfahrung der Stadt, dass sich die Verkehrsteilnehmer in den kommenden Tagen besser auf die Umleitung eingestellt haben werden. Daneben soll für Ortsunkundige die Ausschilderung verbessert werden. Weitere Änderungen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant.

Für Manuel Rupsch ein Unding, er plädiert dafür, dass das Durchfahrtsverbot an der Turmschanzenstraße und die damit verbundene Sperrung der Anna-Ebert-Brücke stadteinwärts wenigstens durch das Zusatzschild „Anlieger frei“ ergänzt wird, um den Anwohnern einen unnötigen Umweg zu ihren Wohnungen zu ersparen.

Starke Nerven und Geduld gefragt

Harald Berger, Sprecher der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Werder, begrüßt unterdessen das schnelle Handeln der Stadt. „Nach dem Verkehrschaos am Dienstag sieht das Bild mittlerweile ganz anders aus. In der Mittel- und Zollstraße ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Lage hat sich zum Glück entspannt“, berichtet Harald Berger, der selbst in der Zollstraße wohnt.

Dennoch, wer in Ostelbien wohnt und am frühen Morgen stadteinwärts muss, sollte entweder starke Nerven und viel Geduld haben oder besser gleich „mit’s Rad nach Stadt“ fahren – wie der Magdeburger zu sagen pflegt. Teilweise benötigten Autofahrer für die kurze Strecke vom Herrenkrug, der Berliner Chausee sowie Brückfeld und Cracau und den dahinter liegenden Stadtteilen weit mehr als eine Stunde, obwohl die Tour bei normalen Verhältnissen nur Minuten dauert. Erschwerend kommt hinzu, dass sich über die B1 derzeit auch der Umleitungsverkehr von der Autobahn quält.