Magdeburg l Rund 190.500 Briefe – an jeden über 18-Jährigen Magdeburger einer – hat das städtische Wahlamt bereits ans Postverteilerzentrum übergeben. Darüber informierte Amtsleiter Tim Hoppe gemeinsam mit Wahlleiter Holger Platz auf einer Pressekonferenz zum Stand der Wahlvorbereitungen im Rathaus.

„Die Briefe sollten in der nächsten, spätestens in der übernächsten Woche bei jedem Wahlberechtigten eingehen“, sagt Amtsleiter Tim Hoppe und bittet Magdeburger, die wider Erwarten bis zum 3. September 2017 keinen Wahlbrief bekommen, dringend um ein Signal. Hoppe hofft, dass dies nicht oder nur im Einzelfall nötig wird.

Wahlbenachrichtigung mit QR-Code

Erklärtes Ziel von Wahlleiter Platz: „Wir sind bestrebt, jedem die Wahl so einfach wie möglich zu machen.“ Damit ist natürlich nur der organisatorische Ablauf gemeint. Die Last der politischen Entscheidung kann, will und darf der Wahlleiter niemandem abnehmen.

Eine Neuerung zur erleichterten Wahl ist der QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung. Wer ihn mit Smartphone oder am Computer einliest, spart sich für den Fall seiner Abwesenheit am Wahltag das Ausfüllen des Briefwahlantrages mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift, denn diese Daten sind im Code bereits hinterlegt: einlesen, absenden, fertig. So jedenfalls, das wurde am 21. August im Rathaus versprochen, soll es funktionieren. „Einfacher, schneller und angenehmer für den Wähler“, so Holger Platz.

Wahlunterlagen bis nach Afrika

Weil Deutsche, die im Ausland leben, eigenständig einen Antrag auf Eintragung ins Wählerverzeichnis stellen müssen, hat das Wahlamt in den vergangenen Tagen bereits rund 150 Briefe aus der ganzen Welt erhalten. „Einer kam aus Burkina Faso“, berichtet Tim Hoppe und gelobt wegen der Postlaufzeiten eine besonders schnelle Bearbeitung dieser Anträge, auf dass die Wahlunterlagen auch den Magdeburger in Afrika rechtzeitig erreichen.

Als Errungenschaft für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Wähler führt Holger Platz das Wachstum der Zahl barrierefreier Wahllokale ins Feld. Von den 159 Magdeburger Lokalen sind 131 (82 Prozent) stufenlos zugänglich. Zur Bundestagswahl 2013 seien es nur 68 Prozent und vor einem Jahrzehnt nur unter 40 Prozent gewesen. Für den Betrieb der Wahllokale und die Stimm-auszählung werden noch 150 Wahlhelfer gesucht.

Stimmzettel gedruckt

Nicht nur Benachrichtigungen an die potenziellen Wähler, auch die Stimmzettel sind bereits gedruckt.

Die Magdeburger haben in knapp vier Wochen die Wahl unter 11 Einzelkandidaten von CDU, Linke, SPD, AfD, Grünen, FDP, NPD, Freien Wählern, MLPD, Tierschutzallianz und Gartenpartei (Reihenfolge wie auf dem Stimmzettel). Ohne Direktkandidaten werben darüber hinaus das BGE (Bündnis Grundeinkommen), die DiB (Demokratie in Bewegung) und Die Partei um Zweitstimmen.

Organisatorisches zum Wahlablauf

  • 190.500 Magdeburger (ab 18 Jahre) sind am 24. September berechtigt, an der Wahl zum Bundestag teilzunehmen.
  • Die Wahlbenachrichtigungen sollten in den kommenden zwei Wochen (bis spätestens 3. September) bei jedem angekommen sein. Wer den Brief nicht erhält, aber glaubt, wahlberechtigt zu sein, sollte sich bis spätestens 8. September in der Briefwahlstelle (Katzensprung 2, Tel. 0391/540-2993) melden.
  • Am Wahltag öffnen in Magdeburg von 8 bis 18 Uhr 159 Wahllokale, davon sind 82 Prozent (131) barrierefrei erreichbar.
  • Wer am Wahltag verhindet ist, kann seine Stimme vorher per Briefwahl abgeben. Die Unterlagen können bis 22. September online unter www.magdeburg.de/info/briefwahl angefordert werden. Außerdem funktioniert das auch mit dem in der Wahlbenachrichtigung versandten Antrag schriftlich, per Fax oder per E-Mail (Adressen sind auf dem Antrag vermerkt).
  • Die Briefwahl ist auch direkt in der Magdeburger Briefwahlstelle im Katzensprung 2 möglich. Geöffnet ist sie ab dem 4. September. Briefwahlstimmen müssen bis zum Wahltag um 18 Uhr im Wahlamt eingehen.
  • 1500 ehrenamtliche Wahlhelfer werden zum Einsatz in den Lokalen und zur Auszählung gebraucht; 150 werden noch gesucht. Mitmachen kann jeder Magdeburger ab 18 Jahre. Vor dem Wahltag muss eine 90-minütige Schulung absolviert werden. Als Aufwandsentschädigung werden je nach Funktion/Aufgabe zwischen 25 und 55 Euro gezahlt. Interessierte können sich unter www.magdeburg.de/wahlen (Bereich: „Wahlhelfer“) oder telefonisch unter 0391/540-2608 bzw. 540-2554 anmelden.

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